10.02.13

Milliarden-Deal

Neuer Rüstungsdeal mit Saudi-Arabien sorgt für Ärger

Wieder Ärger um Rüstungsexporte auf die Arabische Halbinsel: Nun soll eine Voranfrage zu Patrouillenbooten positiv beschieden worden sein.

Foto: dpa

Militärparade nahe Mecca: In Saudi-Arabien stehen auch deutsche Rüstungsgüter hoch im Kurs
Militärparade nahe Mecca: In Saudi-Arabien stehen auch deutsche Rüstungsgüter hoch im Kurs

Saudi-Arabien will einem Bericht zufolge deutsche Patrouillenboote für rund 1,5 Milliarden Euro kaufen. Das Königreich wolle bei der Werftengruppe Lürssen Grenzschutzboote im Gesamtwert von 1,5 Milliarden Euro erwerben, berichtete die "Bild am Sonntag". Eine Voranfrage der Werft sei bereits vom Bundessicherheitsrat, der solche Geschäfte im Militärbereich genehmigen muss, positiv beschieden worden.

Das geheim tagende Gremium, dem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und acht Bundesminister angehören, muss deutschen Rüstungsgeschäften zustimmen. Die Grenzschutzboote zum Stückpreis von zehn bis 25 Millionen Euro sollen demnach binnen zwei Jahren nach Vertragsunterzeichnung an Saudi-Arabien übergeben werden.

Opposition protestiert

Eine Sprecherin des zuständigen Bundeswirtschaftsministerium lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht mit Hinweis auf den Schutz von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen von Firmen ab.Von der Opposition kam scharfe Kritik an dem sich anbahnenden Geschäft. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, warf der Bundesregierung vor, sie wolle Saudi-Arabien offenbar "total hochrüsten" und habe aus den Protesten gegen frühere Rüstungsgeschäfte nichts gelernt.

Oppermanns Kollegin Katja Keul von den Grünen forderte Kanzlerin Angela Merkel auf, die Karten auf den Tisch zu legen und ihre Exportpolitik öffentlich zu rechtfertigen. "Frau Merkel irrt, wenn sie glaubt, der Feind eines Feindes sei für Deutschland automatisch ein strategischer Partner", sagte sie. Der stellvertretende Linkspartei-Chef Jan van Aken forderte: "Es ist Zeit, alle Waffenexporte nach Saudi-Arabien zu stoppen". Seine Partei werde einen solchen Antrag im Parlament einbringen.

Deutsche Waffentechnologie in Riad hoch im Kurs

Deutsche Rüstungsgeschäfte mit Saudi-Arabien sorgen immer wieder für politischen Streit in Berlin. Laut Rüstungsexportbericht für 2011 lag das Land auf Platz zwölf der größten Empfänger deutscher Rüstungsgüter. Unter anderem war in der Presse über Anfragen für mehrere hundert Radpanzer sowie für 30 ABC-Spürpanzer auf Basis des Typs "Dingo" berichtet worden. 2011 hatte die Bundesregierung eine Voranfrage Saudi-Arabiens zum Kauf von Leopard-2-Kampfpanzern gebilligt und dafür massive Kritik der Opposition und von Menschenrechtsgruppen geerntet. Die Bundesregierung hat Saudi-Arabien wiederholt als Stabilitätsfaktor in der Region bezeichnet und auf die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus hingewiesen.

Quelle: Reuters/AFP/ap
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