08.02.13

Mali

Tuareg sprengt sich an Kontrollpunkt in die Luft

Erstmals seit Beginn des französischen Militäreinsatzes hat es in Mali einen Selbstmordanschlag gegeben. Ein Tuareg-Terrorist sprengte sich in die Luft. Frankreichs Armee feierte indes einen Erfolg.

Foto: AFP

Die Angst vor Anschlägen ist groß: Ein malischer Soldat an einem Kontrollpunkt nahe Sevare
Die Angst vor Anschlägen ist groß: Ein malischer Soldat an einem Kontrollpunkt nahe Sevare

In Mali ist es zum ersten Mal seit dem Start des französischen Militäreinsatzes zu einem Selbstmordanschlag gekommen. Der Attentäter sprengte sich an einem Kontrollpunkt in der Nähe der nordmalischen Stadt Gao in die Luft.

Dabei kam anscheinend nur der Angreifer selbst ums Leben. Bei dem Attentäter habe es sich um einen Angehörigen der Tuareg gehandelt, sagte ein Polizeisprecher. Ob es bei dem Anschlag Verwundete gab, war zunächst unklar.

Französische Armee erreicht Tessalit

Am 11. Januar hatten französische und malische Streitkräfte eine Militäroffensive gegen Islamisten und separatistische Tuareg im Norden Malis begonnen.

Die Offensive kam schnell voran, und die größeren Städte wie Timbuktu und Gao sind wieder unter Kontrolle der Regierung und ihrer Alliierten. Französische und tschadische Soldaten erreichten am Freitag nach Angaben aus der Region die strategisch wichtige nordostmalische Stadt Tessalit.

Die Truppen hätten am Freitag in der letzten Hochburg der bewaffneten Islamisten die Kontrolle über den Flughafen übernommen, sagte ein Vertreter der malischen Sicherheitsbehörden.

Militärexperten rechnen jedoch damit, dass die in der offenen Schlacht chancenlosen Extremisten und Tuareg-Kämpfer sich auf Bombenanschläge und Selbstmordattentate verlegen. Die Sicherheitsvorkehrungen in den nördlichen Städten und in der Hauptstadt Bamako wurden daher seitdem verschärft.

Konflikt innerhalb der Armee

In Bamako kam es am Freitag zu Gefechten zwischen zwei Fraktionen innerhalb der malischen Armee: Die Putschisten wollten verhindern, dass sich Fallschirmjäger, die den gestürzten Präsidenten Amadou Toumani Touré unterstützen, in einem Militärcamp versammelten. Das berichtete die Website depechesdumali.com. Augenzeugen sagten, es seien seit dem Morgen Schüsse zu hören.

Ein Sprecher der Armee bestätigte die Zusammenstöße, wollte jedoch keine Details nennen: "Es gab Schusswechsel, aber wir kennen die Gründe derzeit noch nicht."

Bereits 2012 hatte es schwere Kämpfe zwischen den "grünen Mützen" und den "roten Mützen" gegeben. Erstere sind Anhänger des Putschistenführers Amadou Sanogo, Letztere Fallschirmjäger aus der Zeit von Präsident Touré. Dieser war im März 2012 bei einem Staatsstreich gestürzt worden.

Quelle: dpa/jw
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