07.02.13

Putin-Krituker

Pussy Riot verklagt Russland vor Menschenrechtsgericht

Die drei Frauen wollen erreichen, dass Russland wegen der Verstöße gegen die freie Meinungsäußerung und des Folterverbots verurteilt wird.

Foto: dpa

Wie Schwerstverbrecher vorgeführt: Tolokonnikowa (r.) und Alechina (M.) sind nun im Straflager
Wie Schwerstverbrecher vorgeführt: Tolokonnikowa (r.) und Alechina (M.) sind nun im Straflager

Die drei Musikerinnen der Punkband Pussy Riot haben Russland vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagt. "Die Klage wurde nach Straßburg abgeschickt und richtet sich gegen die Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention", sagte eine Anwältin der Gruppe, Irina Chrunowa, am Donnerstag in Moskau.

Die Bandmitglieder Nadeschda Tolokonnikowa, Jekaterina Samuzewitsch und Maria Alechina waren im August wegen einer regierungskritischen Aktion gegen den heutigen Staatschef Wladimir Putin zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Nur die Strafe Samuzewitschs wurde im Anschluss an den international scharf kritisierten Prozess in eine Bewährungsstrafe umgewandelt.

Die drei Klägerinnen führen an, in ihrem Verfahren sei gegen die Rechte auf persönliche Freiheit, freie Meinungsäußerung, faire Prozessführung und das Folterverbot verstoßen worden. Die Anwälte der drei Frauen argumentieren, bei der Protestaktion, einem "Punkgebet" vor dem Altar der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale, habe es sich um eine künstlerische und politische Darbietung gehandelt.

Klage 355 Seiten stark

Sachverständige, die beauftragt waren, das bei der Aktion gedrehte Video zu beurteilen, seien im Prozess nicht angehört worden. Außerdem seien die jungen Frauen entwürdigend behandelt worden, weil sie dem Prozess eingesperrt in einen Glaskäfig beiwohnen mussten. Samuzewitsch hatte bereits im Oktober eine vorläufige Klage beim Menschenrechtsgerichtshof eingereicht. Die Klage der Punkband gegen Russland umfasse 355 Seiten, hieß es.

Weltweit hatten Politiker und Künstler das Urteil gegen die Frauen kritisiert. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Aljochina und Tolokonnikowa als politische Gefangene anerkannt. Die Frauen hatten mit Strumpfmasken am 21. Februar 2012 vor der Präsidentenwahl für ein Ende von Putins Herrschaft gebetet.

Quelle: AFP/dpa/ap
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Die zuletzt noch vom Veranstalter erhofften 30.000 Zuschauer waren es nicht auf der Fanmeile, aber...
25.05.13Dortmund-Bayern
So erlebte Berlin das Champions-League-Finale

Auf der Fanmeile war noch Platz, einige Tausend Menschen feierten hier das Spiel zwischen Dortmund und Bayern. Die Kneipen Berlins waren hingegen voll. Das Protokoll des Champions-League-Abends. mehr...

Borussia Dortmund - FC Bayern München
25.05.13Champions League
Arjen Robben schießt die Bayern auf Europas Thron

Es war ein würdiges, hochklassiges und spannendes Champions-League-Finale mit einem verdienten Sieger. In der 89. Minute erzielte Arjen Robben des erlösende 2:1 für den FC Bayern gegen den BVB. mehr...


Jupp Heynckes und Jürgen Klopp zeigen, wie man richtig führt
00:33Kommentar
Die wahren Stars dieses besonderen Champions-League-Abends

Fußball ist die letzte Bastion des Darwinismus. In einer überwaldorften Welt setzt sich hier noch immer der Stärkere durch: Jürgen Klopp und Jupp Heynckes sind beide Gewinner dieses Systems. mehr...


Natalie Dawn spielt am Sonntagabend im Privatclub
25.05.13Tagesvorschau
Das bringt der Tag in Berlin am Sonntag

Berlin hat jeden Tag Neues zu bieten. Politische Termine, Demonstrationen, Prozesse, Theater, Konzerte. Hier finden Sie eine Auswahl der Berliner Morgenpost für Freitag, den 26. Mai. mehr...

Leser-Kommentare 1 Kommentar
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Anschlagswarnung Erhöhte Sicherheitskontrollen vor Finale
Randale Erneut Krawalle in Schweden – Schulen brennen
London-Stansted Kampfjets eskortieren Flugzeug – Terrorverdacht
Washington Brücke in USA eingestürzt
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Fanfest

Berlins Fanmeile Champions-League-Finale

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote