06.02.13

Tote Israelis

Merkel fordert Konsequenzen aus Anschlag in Burgas

Schwere Vorwürfe gegen die Hisbollah-Miliz: Sie soll für den Anschlag mit sieben Toten im bulgarischen Burgas verantwortlich sein. Für diesen Fall fordert Bundeskanzlerin Merkel Konsequenzen.

Foto: AP

2012 fielen einem Selbstmordanschlag auf einen Bus in Bulgarien sechs Menschen zum Opfer
2012 fielen einem Selbstmordanschlag auf einen Bus in Bulgarien sechs Menschen zum Opfer

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich besorgt über neue Erkenntnisse zu einem Anschlag auf israelische Touristen in Bulgarien 2012 gezeigt. "Wenn sich die Beweise erhärten, dass tatsächlich die Hisbollah für diesen verabscheuungswürdigen Anschlag verantwortlich ist, müssen Konsequenzen gezogen werden", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch. Das Attentat habe sich gegen den Staat Israel und seine Bürger gerichtet.

Mutmaßlich ein Selbstmordattentäter hatte am 18. Juli 2012 am Flughafen von Burgas einen Bus mit israelischen Touristen in die Luft gesprengt. Fünf Israelis, der bulgarische Fahrer und der mutmaßliche Attentäter starben.

Die bulgarischen Ermittler hatten nun Verbindungen zur libanesischen Schiiten-Organisation Hisbollah festgestellt. Israel fordert seit Jahren, dass die Europäische Union die Hisbollah auf die Liste der Terrororganisationen setzt.

Der außenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Philipp Mißfelder (CDU), sprach sich für eine intensive Diskussion darüber aus. "Dies würde die Miliz an ihrer empfindlichsten Stelle treffen, da damit gleichzeitig Vermögenswerte eingefroren und Geldflüsse in Europa unterbunden würden."

Netanjahu attackiert Hisbollah

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erhob schwere Anschuldigungen gegen die Hisbollah und den Iran. "Hisbollah und ihre iranischen Auftraggeber organisieren eine weltweite Terrorkampagne, die sich auf Länder und Kontinente erstreckt", schrieb er auf Twitter.

Israel will, dass die Europäische Union die Hisbollah auf die Liste der Terrororganisationen setzt: "Wir hoffen, dass die Europäer nun die notwendigen Konsequenzen hinsichtlich des wahren Charakters der Hisbollah ziehen", schrieb Netanjahu.

Die USA riefen unterdessen die Europäer auf, entschlossener gegen die Hisbollah vorzugehen. Die europäischen Partner und die internationale Gemeinschaft sollten "pro-aktive Aktionen" unternehmen, um Infrastruktur sowie finanzielle und andere Netzwerke der Hisbollah aufzudecken, "um künftige Angriffe zu verhinder", sagte Sicherheitsberater John Brennan.

Die EU-Staaten würden die Erkenntnisse der bulgarischen Ermittlung sehr bald erörtern, sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton dem bulgarischen Staatsradio nach Bekanntgabe der Zwischenbilanz der Ermittlungen. Diese Ergebnisse sind wichtig für Brüssel, weil die USA und Israel die Europäische Union seit Jahren überzeugen möchten, dass die Hisbollah endlich auch von der Union als Terrororganisation eingestuft werde.

Quelle: dpa/fp
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