06.02.13

Horror-Roman

Stephen King schreibt Fortsetzung von "Shining"

Nach einigen Ausflügen in die seichtere Literatur zieht es Altmeister Stephen King wieder in Abgründe: Im September soll "Doctor Sleep" erscheinen, der Nachfolger seines berühmten Schockers "Shining".

Von Til Biermann
Foto: picture alliance

Mit der grandiosen Darstellung eines wahnsinnigen Vaters in der Stanley-Kubrick-Verfilmung von „Shining“ lehrte Jack Nicholson das Fürchten. Stephen King will bald den Fortsetzungsroman veröffentlichen
Mit der grandiosen Darstellung eines wahnsinnigen Vaters in der Stanley-Kubrick-Verfilmung von "Shining" lehrte Jack Nicholson das Fürchten. Stephen King will bald den Fortsetzungsroman veröffentlichen

Die meisten denken bei "Shining" wahrscheinlich an Jack Nicholsons vom Wahnsinn verzerrtes Gesicht, das durch einen Türspalt lugt. Denn die 1980 von Stanley Kubrick verfilmte Kinoversion des Horror-Thrillers von 1977 ist in die Filmgeschichte eingegangen. Ein weiterer Hauptprotagonist dieser Geschichte ist der kleine Danny, der mit seiner telepathischen Fähigkeit, dem "Shining", drohende Katastrophen voraussieht. Diesen Danny will der 65-jährige Stephen King bald in seinem neuesten Werk "Doctor Sleep" als den erwachsen gewordenen Dan Torrance wieder aufleben lassen.

"Die Idee hinter der Geschichte ist, zu versuchen, den Leuten mal wieder richtig Angst einzujagen. Ich sagte mir, 'mal gucken, ob ich das noch kann'", erzählt King jetzt in einem langen Interview mit dem amerikanischen Magazin "Entertainment Weekly". "Es gab ein paar Bücher, die nun wirklich nicht in dieser Art waren. Etwa das Schreiben von 'Der Anschlag' hat großen Spaß gemacht, viele Leute lasen es und schienen es zu mögen, aber es ist nicht das, was man eine Mit-dem-Arsch-zur-Wand-Schreckensgeschichte nennen würde... Ich wollte zurück zu dem wirklich schrecklichen Zeug", fügt King in Bezug auf sein 2012 auf Deutsch erschienenes Zeitreisen-Buch hinzu. Dieses handelt vom Anschlag auf den ehemaligen amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy.

In dem im September erscheinenden "Doctor Sleep" ist der kleine Danny aus "Shining" mittlerweile Helfer in einem Hospiz geworden, wo er seine übernatürlichen Mächte benutzt, um das Leiden der Sterbenden zu lindern. Er versucht dort ein Mädchen zu retten, das ihrerseits von übernatürlichen bösen Kräften, also einem negativen "Shining", besessen ist.

Die bösartigen Wohnwagenrentner

Das Böse, das die beiden dann bekämpfen, heißt "der wahre Knoten", ein Stamm von Lebewesen, die sich vom "Shining" anderer ernähren. Diese bösen Lebewesen sehen aus wie Rentner, welche die USA in Wohnmobilen durchqueren und Angel-T-Shirts tragen. "Man trifft sie tausende Male an Rastplätzen", sagt King darüber, wie ihm die Idee dazu gekommen ist. "Die tragen dann Shirts auf denen steht 'Gott nimmt nichts von der Lebenszeit, die beim angeln verbracht wurde', stehen immer bei McDonalds und verlangsamen die Warteschlange." Das etwas unheimliche, bösartige und doch unauffällige dieser Leute habe ihn zu ihrer fiktionalen Einbeziehung in seinem neuen Roman bewogen.

Dabei gibt King bei seinem Interview mit "Entertainment Weekly" zu, dass er durchaus Angst hat, seine Leser nach dem großen Erfolg von "Shining" zu enttäuschen. Viele Fortsetzungen seien in seinen Augen "Dreck", mit einigen Ausnahmen wie "Huckleberry Finn", das besser sei als "Tom Sawyer" oder etwa "Der Pate – Teil II", der ein viel besserer Film sei als "Der Pate".

"Ich fühlte mich ein bisschen so wie Rocky Balboa, der gegen Apollo Creed in den Ring tritt", erzählt King lachend in Anlehnung an die zahlreichen "Rocky"-Fortsetzungen. Aber "Rocky" hat letztendlich beim Publikum immer gewonnen, und Stephen King, einem der erfolgreichsten Schriftsteller der Literaturgeschichte, wird das wohl auch gelingen.

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