05.02.13

Saeid Mortasawi

Irans Justiz verhaftet Ahmadinedschad-Vertrauten

Teherans Ex-Generalstaatsanwalt Saeid Mortasawi ist verhaftet worden. Gegen ihn läuft eine Untersuchung wegen des Todes mehrerer Demonstranten. Mortasawi gilt als enger Vertrauter des Präsidenten.

Foto: REUTERS

Saeid Mortasawi wurde im Jahr 2009 als Generalstaatsanwalt von Teheran gefeuert, bleibt aber umstritten. Jetzt wurde er verhaftet
Saeid Mortasawi wurde im Jahr 2009 als Generalstaatsanwalt von Teheran gefeuert. Jetzt wurde er verhaftet

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat im Machtkampf mit seinen innenpolitischen Gegnern eine weitere Schlappe einstecken müssen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna wurde der von ihm ernannte Leiter der Sozialversicherungsbehörde, der frühere Oberstaatsanwalt Saeid Mortasawi, am Montagabend verhaftet.

Weshalb die Festnahme erfolgte, wurde nicht angegeben. Gegen Mortasawi läuft aber eine Untersuchung wegen des Tods mehrerer Demonstranten in einem Teheraner Gefängnis, die im Jahr 2009 bei Protesten gegen die Wiederwahl Ahmadinedschads festgenommen wurden. Als Staatsanwalt hatte er zudem Oppositionelle strafrechtlich verfolgt und immer wieder reformorientierte Tageszeitungen schließen lassen.

Mortasawi wird außerdem auch mit dem mysteriösen Tod der iranisch-kanadischen Fotojournalistin Zarah Kazemi 2003 in Verbindung gebracht. Kazemi hatte laut einer offiziellen Untersuchung bei einem offensichtlich von Mortasawi geführten Verhör einen Schlag auf den Kopf bekommen und war dann an einer Hirnblutung gestorben. Die Frau war festgenommen worden, weil sie Außenaufnahmen vom berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran gemacht hatte. Mortasawi war im August 2009 als Staatsanwalt entlassen worden.

Hitzige Parlamentsdebatte um Mortasawi

Erst am Sonntag ging es in einer hitzigen Parlamentsdebatte auch um Mortasawi. Dort warfen Ahmadinedschad und Parlamentspräsident Ali Laridschani einander gegenseitig Korruption und Vetternwirtschaft vor. Das Parlament enthob schließlich den Arbeitsminister seines Amts, weil er sich weigerte, Mortasawi von seinem Posten an der Spitze der Sozialversicherungsbehörde zu entlassen.

Während der Parlamentsdebatte zeigte Ahmadinedschad ein Video, in dem Fasel Laridschani, Bruder des Parlamentspräsidenten und des Chefs der Justizbehörde, Sadegh Laridschani, angeblich Geld von Mortasawi verlangt, um die juristischen Untersuchungen gegen ihn einzustellen. Fasel Laridschani wies die Darstellung zurück und kündigte rechtliche Schritte gegen Ahmadinedschad sowie Mortasawi an.

Nach der Inhaftierung von Ahmadinedschads Pressechef, dem Leiter der regierungsnahen Irna, Ali-Akbar Javanfekr, ist Mortasawi der zweite Verbündete des Präsidenten, der verhaftet worden ist.

Quelle: AFP/dpa/ks
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Morgenpost-Autorin Franziska Birnbach machte sich mithilfe von Google Maps auf den Weg ins Berliner Verkehrschaos
24.05.13Neue Fahrradnavigation
Mit Google Maps wird Radtour in Berlin zum Stresstest

Google Maps bietet ab sofort auch in Deutschland Routen für Radfahrer. Die Morgenpost hat die Anwendung auf Berlins Straßen getestet und stieß dabei auf Straßen, die gar nicht existieren. mehr...


Schon 2012 lockte der „Summer Rave“ viele junge Berliner in die Hangars des stillgelegten Flughafens Tempelhof
24.05.13Terminvorschau
Das bringt der Tag in Berlin am Sonnabend

Berlin hat jeden Tag Neues zu bieten. Politische Termine, Demonstrationen, Prozesse, Theater, Konzerte. Hier finden Sie eine Auswahl der Berliner Morgenpost für Sonna, den 25. Mai. mehr...


Am Maxim Gorki Theater feiert am Samstag das Stück „Leben des Galilei“ Premiere. Pressesprecherin Claudia Nola rechnet damit, dass diese nicht ausverkauft sein wird
24.05.13Bühne
Champions-League-Finale bringt Berlins Theater in Bredouille

Berlins Theater sehen sich am Samstagabend einem kaum besiegbaren Konkurrenten ausgesetzt. Denn nicht nur potenzielle Zuschauer wollen das Champions League Finale sehen, sondern auch viele Darsteller. mehr...


„The Rock“: Wowereit zeigte nicht die geringsten Anzeichen dafür, dass ihn die Fragen vielleicht ermüdeten
24.05.13Hauptstadtflughafen
Wowereit lässt sich im BER-Ausschuss nicht fassen

Berlins Regierender Bürgermeister musste sich dem BER-Untersuchungsausschusses stellen. Dabei zeigte er sich gelassen - und hatte auf alles ein Antwort. Eine persönliche Verantwortung wies er zurück. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Krawalle Wieder Ausschreitungen in Stockholm
Washington Brücke in USA eingestürzt
Grundsatzrede Obama will strengere Regeln für Drohnenangriffe
Queen of Soul Aretha Franklin braucht eine kleine Auszeit
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Finale in London

Das tippen die Berliner Fans von Bayern und BVB

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote