04.02.13

Konflikt

Im Nahen Osten droht ein neuer Flächenbrand

Nach dem Luftangriff gegen Syrien fliegt das israelische Militär Manöver über dem Südlibanon. Der Iran droht mit Konsequenzen.

Foto: dpa

Israel schickt seine militärische Luftflotte auf Einsätze (Archivfoto: 2009)
Israel schickt seine militärische Luftflotte auf Einsätze (Archivfoto: 2009)

Wenige Tage nach einem Luftangriff auf Syrien sorgen israelische Manöver über dem Südlibanon für Unruhe in der Region. Nach Angaben libanesischer Sicherheitskreise und der UN-Mission Unifil vom Montag drangen Maschinen aus dem Nachbarland in den libanesischen Luftraum ein, ohne jedoch anzugreifen. Aus Damaskus drohte der Sekretär des iranischen Sicherheitsrats, Said Dschalili, Israel werde den Angriff auf Syrien vom vergangenen Mittwoch bereuen.

Im Libanon sorgten die Flugbewegungen der israelischen Luftwaffe in der Nacht zum Montag zunächst für Spekulationen über mögliche Luftangriffe. Wie aus libanesischen Sicherheitskreisen verlautete, gab es zahlreiche Aktivitäten wohl mit Scheinangriffen und lautem Donnern, wenn Maschinen die Schallmauer durchbrachen. Eine Sprecherin der israelischen Armee in Tel Aviv hielt sich bedeckt. Zu israelischen Berichten über Luftangriffe im Nachbarland sagte sie nur: "Wir bestätigen solche Berichte nicht."

Wichtigstes Waffenlabor in Syrien getroffen

Die israelische Luftwaffe hatte am vergangenen Mittwoch ein Ziel in Syrien angegriffen. Die "New York Times" berichtete jüngst unter Berufung auf US-Behördenkreise, dass dabei die wichtigste Forschungseinrichtung für biologische und chemische Waffen attackiert worden sei. Zuvor hatte es auch Informationen gegeben, wonach ein Konvoi mit Luftabwehrraketen für die israelfeindliche Schiiten-Miliz Hisbollah im Südlibanon Ziel des Luftschlags war.

In Damaskus sicherte der Iran als wichtigster Verbündeter von Präsident Baschar al-Assad dem Regime seine Unterstützung zu. Der Der Sekretär des iranischen Sicherheitsrats, Said Dschalili, betonte vor Journalisten, Israel werde den Angriff auf Syrien bereuen, so wie es auch die früheren Kriege bereut habe. Zugleich rief er alle syrischen Konfliktparteien auf, endlich Verhandlungen aufzunehmen. Es müsse einen nationalen Dialog und eine politische Lösung des Konfliktes geben, betonte er.

Der Iran hatte sich am Wochenende auf der Münchner Sicherheitskonferenz als Vermittler ins Spiel gebracht, nachdem Oppositionsführer Moas al-Chatib der Assad-Regierung ein Gesprächsangebot gemacht hatte. Vom syrischen Regime gab es darauf zunächst keine Antwort. Bei einigen Oppositionellen sorgte der Vorstoß Al-Chatibs für Irritationen.

Der Sprecher der wichtigsten Oppositionsplattform, Walid al-Bunni, betonte im dpa-Gespräch, es gehe vor allem darum, Russland auf die Seite der Opposition zu bringen, damit Moskau den Druck auf den Machthaber erhöhe. Al-Chatib selbst hatte bereits klargestellt, dass die Gespräche den Rückzug Assads zum Ziel haben sollten.

Iran bestreitet Hilfe für Assad-Regime

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi bestritt indes, dass sein Land das Assad-Regime mit Kämpfern unterstützt. "Die syrische Armee ist groß genug, sie brauchen keine Kämpfer von außen", sagte Salehi am Montag bei seinem Deutschlandbesuch in Berlin. Gleichzeitig warnte er die internationale Gemeinschaft vor einer Einmischung in den Konflikt. "Lasst diesen Prozess seinen natürlichen Gang gehen", sagte er und plädierte für Präsidentschaftswahlen unter internationaler Aufsicht.

Syrische Rebellen ließen nach Angaben von Aktivisten derweil drei entführte Ausländer frei, die sie im Dezember entführt hatten. Wie die Regimegegner sagten, kamen die zwei Russen und ein Italiener im Zuge eines Gefangenenaustauschs auf freien Fuß. Die drei Männer hatten in einem syrischen Stahlwerk in der Hafenstadt Latakia gearbeitet. Landesweit dauerten die Kämpfe an. Der vor fast zwei Jahren begonnene Konflikt hat inzwischen mehr als 60 000 Menschen das Leben gekostet.

Quelle: dpa/oje
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