02.02.13

Raketenausflug

Iran klärt das Affentheater im Weltraum auf

Ist der Flug des Weltraum-Affe ein Fake? Nein, sagt der Iran und wehrt sich gegen den Fälschungsverdacht. Angeblich soll es bloß zu einer Verwechslung der Fotos gekommen sein.

Foto: AFP/dpa/ddp

Zwei Tiere: ein angeblicher Archiv-Affe (l.) so wie Pishgam (Mitte und r.), der angeblich im Weltraum war
Zwei Tiere: ein angeblicher Archiv-Affe (l.) so wie Pishgam (Mitte und r.), der angeblich im Weltraum war

Der Iran behauptet weiterhin, ein kleines Äffchen mit einer Rakete 120 Kilometer hoch in den Weltraum geschossen zu haben. Bei der Berichterstattung soll es aber versehentlich zu einer Panne gekommen sein:

Nach Angaben eines ranghohen Beamten ist auf einem Foto des ersten iranischen Affen im All nicht der echte Passagier abgebildet. Iranische Medien hätten zwei Bilder von dem spektakulär am Montag in den Weltraum geschossenen Affen verbreitet, dabei zeige eines den tatsächlichen Mitreisenden und das andere das Archivfoto eines Ersatz-Affen, sagte Mohammed Ibrahimi.

Außerdem soll der Name des Weltraum-Affen Pishgam lauten – was auf Farsi "Pionier" bedeutet. Er sei wirklich in den Weltraum geflogen und wohlbehalten zurückgekehrt, betonte Ibrahimi. Zuvor hatte es in iranischen Medien geheißen, Pishgam sei der Name der Rakete, mit welcher der Primat in den Himmel geschossen wurde und nach 20 Minuten zurückkehrte.

Mit dieser Aussage reagierte der Iran auf den Verdacht einiger westlicher Experten, der Flug des Affen habe überhaupt nicht stattgefunden. Sie hatten entdeckt, dass zwei unterschiedliche Tiere als Weltraum-Affen im iranischen Fernsehen vorgestellt worden waren.

Verräterisches Muttermal über dem Auge

Die Fotos vor dem Flug hatten ein Tier gezeigt, dessen Fell viel dunkler war als des Äffchens nach dem Flug. Außerdem besaß das Tier nach seiner Rückkehr plötzlich ein markantes, rotes Muttermal über dem rechten Auge. Daraufhin wurde vermutet, dass das Original-Äffchen bei dem Experiment gestorben sei. Die Spezialisten hatten spekuliert, dass die Rakete entweder beschädigt wurde oder überhaupt nicht mehr zur Erde zurückgekehrt sei.

Auch in den sozialen Netzwerken wurde über den Fake-Verdacht diskutiert. Einige User hatten unter anderem kritisiert, dass die Farbe der Weste, die die Affen auf den Fotos trugen, nicht übereinstimmten.

Mittlerweile kursiert zudem im Internet ein YouTube-Video, das den lebenden Affen nach seiner Landung zeigen soll. Tatsächlich sieht man auf den verwackelten Bildern ein Tier, dass von einem Mann mit Mundschutz aus der Sitzschale geholt wird und dabei sichtbar lebendig ist und den Kopf bewegt (ab Minute 2:11).

Erster bemannter Raumflug bis 2020

Der Weltraum-Ausflug des Tieres war groß von landesweiten Medien begleitet worden und war weltweit in den Schlagzeilen. Der Iran arbeitet nach eigenen Aussagen bereits seit einigen Jahren an bemannten Weltraumflügen.

Über die Planungen für einen Raumflug mit einem Affen hatten die iranischen Medien in den vergangenen Wochen wiederholt berichtet. Der Starttermin sollte demnach zwischen dem 31. Januar und 10. Februar liegen – zeitgleich mit den Feierlichkeiten zum 34. Jahrestag der islamischen Revolution von 1979. Laut den Medienberichten sollte der kurze Ausflug des Affen ins All Irans ersten bemannten Raumflug vorbereiten. Dieser soll nach den Worten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad bis spätestens 2020 stattfinden.

Der Iran hatte bereits im Februar 2010 eine Ratte, Schildkröten sowie Insekten erfolgreich mit einer Kapsel ins All geschickt. Ein erster Versuch mit einem Affen im Jahr darauf schlug allerdings fehl, wie die Behörden indirekt und ohne Angabe von Gründen einräumten. Iranische Raketenstarts werden vom Westen generell mit Skepsis verfolgt. Westliche Regierungen befürchten, dass Teheran trotz zahlreicher Dementis an einem Atomwaffenprogramm und dafür an der Entwicklung von Langstreckenraketen arbeitet.

Auch das iranische Satellitenprogramm stößt deshalb auf Kritik: Zuletzt hatte der Iran am 3. Februar 2012 einen 50 Kilogramm schweren Beobachtungssatelliten mit einer Rakete ins All geschickt.

Quelle: AFP/AP/kami
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