02.02.13

Indische Studentin

Vergewaltiger plädieren auf nicht schuldig

Die fünf mutmaßlichen Vergewaltiger einer 23-Jährigen sind in Indien in 13 Punkten angeklagt worden. Sie plädieren auf nicht schuldig.

Quelle: Reuters
21.01.13 1:13 min.
In Indiens Hauptstadt Neu-Dehli beginnt vor einem Schnellgericht die Verhandlung gegen fünf Männer, die eine 23-Jährige schwer vergewaltigt haben sollen. Die Frau war an den Folgen gestorben.

Im Fall der Vergewaltigung einer jungen Inderin haben fünf Angeklagte auf nicht schuldig plädiert. Der Richter verlas Anwälten zufolge insgesamt 13 Anklagepunkte – darunter Mord, Gruppenvergewaltigung und Entführung, womit den Männern die Todesstrafe droht.

Unmittelbar nach ihrem Plädoyer auf nicht schuldig hätten sie den Gerichtssaal verlassen, sagte A.P. Singh, der zwei der Beschuldigten verteidigt. Am Dienstag wolle die Staatsanwaltschaft drei Zeugen befragen und so den Prozess offiziell eröffnen.

Die Tat hatte wegen ihrer Brutalität für Empörung im In- und Ausland gesorgt und in Indien eine Debatte über den Schutz von Frauen ausgelöst.

Die 23-jährige Inderin war in einem Bus mehrfach vergewaltigt und mit einer Eisenstange gequält worden. Sie wurde dann aus dem fahrenden Fahrzeug geworfen und erlag später in einem Krankenhaus in Singapur ihren Verletzungen. Ein 17-Jähriger soll sich ebenfalls an der Tat beteiligt haben. Ihm wird als Minderjährigem in einem separaten Verfahren der Prozess gemacht.

Alte Freisprüche werden aufgehoben

Zeitgleich hat ein anderes Gericht des Landes einen Freispruch im Fall einer Massenvergewaltigung vor 17 Jahren aufgehoben. Der oberste Gerichtshof kassierte die Freisprüche für 35 Männer, die wegen der Vergewaltigung einer 16-Jährigen angeklagt waren, wie der Nachrichtensender NDTV berichtete.

Das Mädchen soll im Jahr 1996 in Südindien 40 Tage lang von einem Ort zum nächsten gebracht und dabei von Dutzenden Männern misshandelt worden sein.

Ein regionales Gericht verurteilte die Männer zunächst zu langen Gefängnisstrafen, die nächsthöhere Instanz sprach 2005 jedoch alle bis auf einen Angeklagten frei. Dabei seien die Beweise nicht sorgfältig betrachtet worden, befand das höchste Gericht laut NDTV nun.

Es sei "sehr schockierend", meinten die Richter nach Informationen des Senders CNN-IBN, dass das Gericht im Jahr 2005 zu dem Schluss kam, das Opfer sei eine "bereitwillige Teilnehmerin" gewesen. Die Frau soll nun höchstens sechs Monate auf ein revidiertes Urteil warten müssen – nachdem der Fall fast sieben Jahre bei den obersten Richtern lag.

Quelle: dpa/Reuters/AFP/anni
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