02.02.13

"Jediot Achronot"

Israelische Medien schließen Krieg nicht mehr aus

Nach Berichten über einen Luftangriff Israels in Syrien wird in israelischen Medien über einen möglichen Krieg diskutiert.

Foto: dpa

Ein israelischer F-15 Kampf-Jet. Berichte über Angriffe des israelischen Militärs nahe Damaskus haben die Sorge vor einer Ausweitung des Syrien-Konflikts geweckt
Ein israelischer F-15 Kampf-Jet. Berichte über Angriffe des israelischen Militärs nahe Damaskus haben die Sorge vor einer Ausweitung des Syrien-Konflikts geweckt

Die gewöhnlich gut unterrichtete Zeitung "Jediot Achronot" schrieb am Freitag: "Sollten Syrien und die Hisbollah-Milizen (im Südlibanon) die Warnung vor weiteren Waffentransporten von Syrien in den Libanon nicht ernst nehmen, wird der nächste Angriff nicht so glimpflich ausgehen". Als Folge könne die gesamte Region in einen offenen gewalttätigen Schlagabtausch gestürzt werden.

Das Risiko einer sofortigen Vergeltung durch Syrien, den Iran oder die Hisbollah wurde in Israel jedoch als klein eingeschätzt. Dies sehe offenbar auch Verteidigungsminister Ehud Barak so, der trotz der Spannungen in seiner Region zur Münchner Sicherheitskonferenz gereist sei, schrieb "Jediot Achronot".

Die drei Gegner Israels seien derzeit nicht an einer militärischen Eskalation interessiert, meinte die Zeitung "Israel Hajom". Anschläge weltweit könnten aber nicht ausgeschlossen werden.

Geheimdienst angewiesen haben, Sicherheitsregeln zu verschärfen

"Jediot Achronot" berichtete, der Geheimdienst habe aus diesem Grund mehrere israelische Botschaften weltweit angewiesen, die Sicherheitsregeln weiter zu verschärfen. Inoffiziellen Angaben zufolge befanden sich auch Teile des Militärs in erhöhter Alarmbereitschaft. Augenzeugen berichteten von verschärften Kontrollen an der Grenze zu Ägypten.

Syrien und der Iran machen Israel für einen Luftangriff auf ein militärisches Forschungszentrum bei Damaskus verantwortlich und haben Vergeltung angekündigt. Bei dem Angriff sollen zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden sein.

Angriff galt Konvoi mit Flugabwehrraketen

Aus westlichen Sicherheitskreisen hieß es jedoch, der Angriff habe einem Konvoi mit Flugabwehrraketen für die israelfeindliche Hisbollah-Miliz im Südlibanon gegolten. Arabische Medien wollen erfahren haben, dass bei dem Angriff sowohl ein Gebäude auf dem Stützpunkt in Dschamraja getroffen wurde als auch ein mit Waffen beladener Konvoi, der im Begriff war, das Gelände zu verlassen. Nach Informationen der irakischen Zeitung "Al-Zaman" sollen sich auf dem Gelände auch russische Militärberater und Angehörige einer iranischen Spezialeinheit aufgehalten haben.

Die israelische Führung schwieg auch am Freitag zu den Vorwürfen. Zur Politik der Abschreckung Israels gehört es, Angriffe im Ausland weder zu bestätigen noch zu dementieren, um den Gegner im Unklaren zu lassen.

Quelle: dpa/anni
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