01.02.13

EU-Einwanderung

Unsere Frauen sehen aus wie Kate und Pippa!

Ende 2013 steht Rumänen und Bulgaren der britische Arbeitsmarkt offen, London aber will die Zuwanderung per Kampagne verhindern. Die Rumänen reagieren mit einer eigenen Aktion: "Kommt doch zu uns!"

Foto: Gandul

Das ist die Antwort der rumänische Zeitung „Gandul“ auf die Anti-Einwanderungskampagne der britischen Regierung
Das ist die Antwort der rumänische Zeitung "Gandul" auf die Anti-Einwanderungskampagne der britischen Regierung

Anfang der Woche sickerten in britischen Medien Aufsehen erregende Pläne durch: Die Regierung des konservativen Premiers David Cameron setze auf eine Plakataktion, die Rumänen und Bulgaren von Auswanderungsplänen Richtung Britannien abhalten solle. Denn die dürfen laut EU-Vertrag ab Jahresende unbegrenzt Jobs in allen Staaten der Union suchen.

"Wir müssen den Eindruck korrigieren, dass die Straßen hier mit Gold gepflastert seien", wurde ein interner Report zitiert. Wie genau London ein möglichst schlechtes Image kreieren wollte, ist bisher nicht bekannt. Fotos vom ewigen Regen? Von Bohnen und labbrigen Würstchen? Von horrend teuren Immobilien?

Statt beleidigt auf Londons Pläne zu reagieren – die ohnehin faktisch nichts nutzen, denn auch bulgarische und rumänische EU-Bürger haben laut Gesetz ein Anrecht auf Freizügigkeit –, antworteten die Rumänen lieber mit ihrer eigenen Plakataktion. Titel: "Wir mögen Großbritannien vielleicht nicht. Aber Euch wird Rumänien gefallen. Warum kommt Ihr nicht rüber?"

"Gespenst einer rumänisch-bulgarischen Invasion"

Das Kreativteam der rumänischen Zeitung "Gandul" nahm sich den Grafikstil der britischen Kampagnenposter "Keep calm and carry on" im Zweiten Weltkrieg zum Vorbild. "Die Hälfte unserer Frauen sieht aus wie Kate. Die andere Hälfte wie ihre Schwester", heißt es da. "Charles hat hier 2005 ein Haus gekauft. Und Harry ist noch nie nackt fotografiert worden."

Oder: "Unsere Flugsicherung hat schon mal Schnee gesehen. Sie war wenig beeindruckt." Die Klickzahl ist riesig, alle britischen Medien bringen die Poster von "Gandul".

Statt auf Humor setzen andere derweil auf bitteren Ernst. Mehrere EU-Abgeordnete aus Rumänien und Bulgarien haben sich in einem bösen Brief an Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso über die Pläne Camerons beklagt. "Wir hören Stellungnahmen von Vertretern der britischen Regierung, die das Gespenst einer rumänisch-bulgarischen Invasion an die Wand malen." Die Menschen in ihren Länder würden als EU-Bürger zweiter Klasse stigmatisiert.

Von Brüssel lässt sich die Downing Street aber erfahrungsgemäß wenig beeindrucken. Vielleicht kommen die humorvollen Journalisten von "Gandul" da viel weiter?

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