29.01.13

Somalia

Anschlag vor Büro des Regierungschefs – sechs Tote

Ein Selbstmordattentäter hat sich vor dem Büro des somalischen Ministerpräsidenten in die Luft gesprengt. Nach Armeeangaben wurden bei dem Anschlag im Zentrum von Mogadischu sechs Menschen getötet.

Foto: dapd

Somalisceh Soldaten nach einem Selbstmordanschlag im Dezember. Am Morgen zündete ein Selbstmordattentäter einen Sprengsatz vor dem Amtssitz des Ministerpräsidenten
Somalische Soldaten nach einem Selbstmordanschlag im Dezember. Am Morgen zündete ein Selbstmordattentäter einen Sprengsatz vor dem Amtssitz des Ministerpräsidenten

Bei einem Selbstmordanschlag vor dem Büro des somalischen Regierungschefs Abdi Farah Shirdon Said sind nach Armeeangaben mindestens sechs Menschen getötet worden. Mehrere Menschen seien zudem verletzt worden, als sich ein Mann vor dem Gebäude im Zentrum der Hauptstadt Mogadischu in die Luft gesprengt habe, sagte ein Armeevertreter.

"Der Mann hat sich an einer Mauer zwischen der äthiopischen Botschaft und dem Palast des somalischen Ministerpräsidenten in die Luft gesprengt", berichtete ein Wachmann. Die beiden Gebäude liegen innerhalb eines weitläufigen Geländes, auf dem sich auch der Präsidentenpalast befindet.

Präsident Hassan Sheikh Mohamud befinde sich derzeit im Ausland, hieß es. Er war zwei Tage nach seinem Amtsantritt im vergangenen September einem Attentat entgangen, als sich zwei Selbstmordattentäter vor seinem provisorischen Amtssitz in einem Hotel in die Luft sprengten.

Rückzugsgebiet für Islamisten und Piraten

Nach dem Sturz von Machthaber Siad Barre 1991 war Somalia im Bürgerkrieg versunken. Das Land am Horn von Afrika entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem Rückzugsgebiet für Islamisten und einem Hort von Piraten.

Im vergangenen Jahr gelang es einer Eingreiftruppe der Afrikanischen Union gemeinsam mit einheimischen Soldaten und äthiopischen Einheiten, die islamistische Schabab-Miliz immer weiter zurückzudrängen. Allerdings beherrschen die Milizen noch immer große ländliche Gebiete im Zentrum und im Süden Somalias.

Quelle: AFP/Reuters/ks
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