29.01.13

Terrorbekämpfung

USA planen Drohnenbasis in Nordwestafrika

Das US-Militär will in den Nachbarländern von Mali einen neuen Drohnenstützpunkt installieren. So sollen Al-Qaida-Kämpfer und islamische Extremisten besser überwacht werden.

Foto: dpa

Eine Predator-Drohne der US-Luftwaffe. Sie könnte bald in Niger oder Burkina Faso im Einsatz sein
Eine Predator-Drohne der US-Luftwaffe. Sie könnte bald in Niger oder Burkina Faso im Einsatz sein

Die USA planen eine Drohnenbasis in Nordwestafrika, um Gruppen des Terrornetzwerkes al-Qaida sowie islamische Extremisten in der Region besser überwachen zu können. Zunächst sollten von dem Drohnenstützpunkt aber nur unbewaffnete Überwachungsmissionen starten. Das berichtet die Tageszeitung "New York Times".

Zu den möglichen Standorten zählten Regierungsmitarbeiter das im Osten an Mali grenzende Niger sowie das südlich von Mali gelegene Burkina Faso. Die Drohnen könnten so schnell wie möglich die von Frankreich geführte Mission in Mali unterstützen, hieß es.

Beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) war am Montag die Lage in Mali ein Hauptthema. Mit Spannung werden die Ergebnisse der in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba stattfindendene Geberkonferenz für Mali erwartet. Dabei wollen die afrikanischen Länder und rund 60 Partner die Mittel für den geplanten afrikanisch geführten Militäreinsatz (Afisma) in dem Krisenland aufbringen.

Zur Finanzierung des afrikanisch geführten Militäreinsatzes sind mindestens 950 Millionen Dollar (706 Millionen Euro) nötig, sagte der Präsident der Elfenbeinküste und Vorsitzende der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas, Alassane Ouatarra, bei der Eröffnung der Konferenz. Mindestens 10.000 Soldaten würden benötigt, um das riesige Land aus der Hand von islamistischen Extremisten zu befreien – weit mehr als die ursprünglich geplanten 3300, fügte er hinzu.

Die Europäische Union hat bereits im Vorfeld angekündigt, sich mit 50 Millionen Euro an der Mission zu beteiligen. Die Afrikanische Union selbst will 50 Millionen Dollar (37 Millionen Euro) beisteuern.

"Wir sind dabei, die Schlacht zu gewinnen"

Frankreich Präsident François Hollande bewertete unterdessen den Mali-Einsatz als vollen Erfolg: "Wir sind dabei, die Schlacht zu gewinnen", sagte Hollande in Paris. Wenige Stunden zuvor waren französische und malische Truppen in der legendären Wüstenstadt Timbuktu einmarschiert. Dort fiel eine Bibliothek mit wertvollen historischen Manuskripten der Zerstörungswut von Islamisten zum Opfer.

Über das Ausmaß der Zerstörung lagen zunächst keine Erkenntnisse vor, ebenso wie über den Zustand der von Islamisten zerstörten Mausoleen islamischer Gelehrter. Die Grabstätten gehören zum Weltkulturerbe der Unesco.

Hollande lobte die Effektivität der französischen Armee, der es gelungen sei, die Offensive der islamistischen Rebellen innerhalb von wenigen Tagen zu stoppen. Er bekräftigte die Absicht, die französischen Truppen so schnell wie möglich wieder aus dem westafrikanischen Land abzuziehen.

Rebellen vielfach "schlicht verschwunden"

"Frankreich wurde nicht gerufen, um in Mali zu bleiben", sagte Hollande. Es sei Aufgabe der Afrikaner, dass Mali seine territoriale Integrität wiedergewinne, vor allem auch im von islamistischen Rebellen kontrollierten Norden.

Der Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete, die französischen Einheiten hätten sich bei ihrem Siegeszug beim Einmarsch in wichtige Städte wie Gao oder Timbuktu stets hinter die malischen Einheiten eingereiht. Dadurch sollte bei der Bevölkerung der Eindruck entstehen, dass die Regierungsarmee die Orte zurückerobert hätten.

Ein Reporter des Senders berichtete, dass die Rebellen vielfach "schlicht verschwunden" seien, sich möglicherweise in Nachbarländer abgesetzt hätten, um zu einem späteren Zeitpunkt zurückzukehren.

"Ich bin wieder frei", jubelte ein Bewohner von Timbuktu nach Angaben des Senders RFI. "Ich darf wieder reden, ich kann wieder machen, was ich will." Auf den Straßen seien "Horden von Kindern" unterwegs, während Frauen wieder unverschleiert spazieren gingen. "Nach einem Jahr der Unterdrückung herrscht in Timbuktu wieder ein starkes Gefühl der Freiheit."

Quelle: dpa/dapd/mcz
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