28.01.13

Mali

Rebellen zünden einzigartige Bibliothek in Timbuktu an

Islamistische Rebellen haben in der malischen Wüstenstadt Timbuktu eine Bibliothek mit wertvollen historischen Manuskripten zerstört.

Foto: picture alliance / abaca / Jean Marie Hosatte
In Timbuktu soll es an die 100.000 antike Manuskripte aus dem 12. bis 15. Jahrhundert geben. Die Schrift sind in akuter Gefahr
In Timbuktu soll es an die 100.000 antike Manuskripte aus dem 12. bis 15. Jahrhundert geben. Die Schrift sind in akuter Gefahr

In Mali haben islamistische Rebellen vor ihrer Flucht aus der antiken Stadt Timbuktu eine Bibliothek mit unschätzbaren alten Handschriften in Brand gesetzt. Die Aufständischen hätten das neu gebaute Ahmed-Baba-Institut vier Tage zuvor angezündet, berichtete der Bürgermeister der Stadt, Halle Usmane, am Montag.

Wie viel von dem Gebäude, das mehr als 20.000 Manuskripte beherbergte, zerstört ist, konnte Usmane nicht sagen. Einige der Handschriften stammen aus dem 13. Jahrhundert.

Usmane hielt sich in der malischen Hauptstadt Bamako im Süden des Landes auf. Die Informationen erhielt er nach eigenen Angaben von seinem Pressechef, der einen Tag zuvor aus Timbuktu in den Süden gereist war. Auch seinen Amtssitz und das Haus eines Abgeordneten hätten die Islamisten angezündet, sagte der Bürgermeister.

Erst im vergangenen Jahr hatten die Islamisten einen Großteil der zum Weltkulturerbe gehörenden antiken Mausoleen in Timbuktu zerstört. Nach Darstellung von Historikern traf dies wichtige Stätten, die zur Geschichte des Islams in Afrika gehören.

Zerstörung löst Proteste aus

Die Zerstörung in der Stadt, die ein einziges Labyrinth aus antiken Moscheen, anderen Bauwerken und Häusern aus Lehmziegeln ist, hatte weltweit Proteste ausgelöst. Die Zerstörung der Mausoleen hatte an die Sprengung der riesigen Buddha-Statuen von Bamiyan in Afghanistan durch die radikal-islamischen Taliban im Jahr 2001 erinnert.

Die gezielten Zerstörungen und Kämpfe beunruhigen die UN-Kulturorganisation Unesco. Sie sorgt sich um den Zustand der Welterbe-Stätten in Timbuktu. "Wir hoffen, dass wir sobald wie möglich eine Expertenmission nach Mali schicken können, um uns ein genaues Bild vom Ausmaß der Schäden zu machen", sagte Roni Amelan, Sprecher der UN-Organisation am Montag dem in Paris.

Berichte über die Beschädigung oder Verwüstung kultureller Stätten unter der Herrschaft der Islamisten hätten noch nicht überprüft werden können. "Wir haben derzeit niemanden am Ort, der uns genaue Informationen liefern kann", sagte Amelan. Die Islamisten verbaten sich jegliche Einmischung der Unesco.

Quelle: Reuters/epd/mim
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