27.01.13

Raketentests

Nordkorea verordnet "umfassende Maßnahmen"

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un droht mit neuen Raketentests als Antwort auf die verschärften Sanktionen der Vereinten Nationen gegen sein Land. "Umfassende Maßnahmen" sollten erfolgen.

Quelle: dapd
26.01.13 1:20 min.
Nachdem Diktator Kim Jong-un scheinbar für eine Öffnung des Landes eintrat, schlägt er nun wieder schärfere Töne an und droht mit neuen nordkoreanischen Atomwaffentests, um Südkorea einzuschüchtern.

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un rasselt erneut mit dem Säbel. Bei einem Treffen mit Spitzenvertretern aus Verteidigung und Außenpolitik ordnete er laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag "umfassende und erhebliche Maßnahmen" an. Damit bekräftigte er seine Drohung mit neuen Atom- und Raketentests als Antwort auf UN-Sanktionen. Worin diese Maßnahmen bestehen sollten, wurde indes nicht weiter erläutert.

Der UN-Sicherheitsrat hatte zuvor beschlossen, die Sanktionen gegen das international weitgehend isolierte Land zu verschärfen. Anlass dafür war ein Raketentest im Dezember, den Nordkorea unter Verletzung internationaler Auflagen ausgeführt hatte. Die Vereinten Nationen haben dem Land untersagt, Atom- und Raketentechnologie zu entwickeln. Auslandskonten des nordkoreanischen Komitees für Raumfahrttechnologie, einer Bank sowie von vier Handelsunternehmen sollen jetzt eingefroren werden. Zudem dürfen mehrere Personen, die an dem Raketenstart in leitender Position beteiligt waren, nicht mehr ins Ausland reisen.

Bereits am Freitag hatte Nordkorea dem verfeindeten Süden offen mit Krieg gedroht. Die Regierung in Seoul müsse mit "scharfen physischen Gegenmaßnahmen" rechnen, sollte sie die Sanktionen gegen Nordkorea umsetzen. "Sanktionen bedeuten Krieg und eine Kriegserklärung gegen uns", teilte das nordkoreanische Komitee für die friedliche Wiedervereinigung des Vaterlands laut einem KCNA-Bericht mit.

Nordkorea nahm bereits 2006 und 2009 unterirdische Kernwaffentests vor. Bei einer Militärparade im vergangenen April waren Flugkörper zu sehen, bei denen es sich offenbar um Interkontinentalraketen handelte. Experten gehen jedoch davon aus, dass Nordkorea weitere Atomwaffentests machen muss, um die Gefechtsköpfe so weit zu verkleinern, dass sie von Langstreckenraketen getragen werden können.

Quelle: dapd/dpa/smb
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