26.01.13

Mali

Franzosen nehmen Islamistenhochburg Gao ein

Soldaten aus Frankreich und Mali haben die Islamistenhochburg Gao eingenommen. Die Westafrikanischen Staaten vergrößern die Eingreiftruppe, sie soll auf 6000 Soldaten anwachsen.

Foto: dpa

Malische Soldaten patrouillieren auf einer Straße nördlich von Diabaly. Zusammen mit französischen Truppen wurde die Islamistenhochburg Gao eingenommen
Malische Soldaten patrouillieren auf einer Straße nördlich von Diabaly. Zusammen mit französischen Truppen wurde die Islamistenhochburg Gao eingenommen

Französische und malische Soldaten haben in Mali die Islamistenhochburg Gao eingenommen. Soldaten aus Niger und dem Tschad sollten nun die Kontrolle über die strategisch wichtige Stadt übernehmen, erklärte das französische Verteidigungsministerium am Samstagabend in Paris. Die westafrikanischen Staaten sagten derweil zu, mit knapp 6000 Soldaten eine deutlich größere Eingreiftruppe für Mali aufzustellen als bislang zugesagt.

"Die französischen und afrikanischen Truppen kontrollieren die Stadt Gao zu hundert Prozent", verlautete aus malischen Sicherheitskreisen. In der Bevölkerung herrsche Freude darüber. Es gab allerdings auch Berichte über Plünderungen. Erste nigrische und tschadische Soldaten kamen auf dem Luftweg nach Gao. Die Stadt rund 1200 Kilometer nordöstlich von Bamako war bislang eine Hochburg der Islamisten, die im April 2012 die Kontrolle im Norden Malis übernommen hatten.

Frankreichs Regierungschef Jean-Marc Ayrault zeigte sich überzeugt, das französische Truppen auch "bald in der Nähe" der kulturell bedeutenden Stadt Timbuktu seien. Während eines Besuchs in Santiago de Chile bekräftigte der Premierminister zugleich, dass Frankreich seine Truppen nicht längerfristig in Mali stationieren wolle. "Das Ziel ist, dass die afrikanische multinationale Truppe aufgestellt wird und in der Lage ist zu übernehmen", sagte Ayrault.

Die Oasenstadt Timbuktu am Rande der Sahara wurde von der Unesco als Weltkulturerbe gelistet. Die radikalen Islamisten zerstörten dort zahlreiche Mausoleen islamischer Heiliger und lösten damit weltweite Empörung aus.

Bereit zu Verhandlungen

Gao war zuletzt von der islamistischen Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (Mujao) kontrolliert worden. Diese Gruppe erklärte sich am Samstag zu Verhandlungen über die Freilassung des im November in Mali entführten Franzosen Gilberto Rodriguez Leal bereit. Ayrault sagte zu dem Verhandlungsangebot, Frankreich werde für die Freiheit französischer Geiseln in Afrika "alles tun", sich aber nicht der "Logik der Erpressung" beugen.

Der ivorische Generalstabschef Soumaïla Bakayoko sagte nach einem Krisentreffen mit seinen westafrikanischen Kollegen in Abidjan, statt der bisher geplanten rund 4000 Soldaten würden die westafrikanischen Staaten 5700 Soldaten im Rahmen der Internationalen Unterstützungsmission für Mali (MISMA) entsenden. Zudem will der Tschad rund 2000 Soldaten nach Mali schicken. Nach französischen Angaben sind derzeit 1900 Soldaten aus anderen afrikanischen Ländern in Mali sowie im benachbarten Niger.

Die Islamisten in Mali waren vor zwei Wochen überraschend Richtung Süden vorgerückt. Um einen weiteren Vormarsch zu stoppen, griff Frankreich militärisch ein. Inzwischen sind in Mali 2500 französische Soldaten im Einsatz.

Quelle: AFP/sara
Quelle: Reuters
24.01.13 1:42 min.
Die französische Armee veröffentlichte Aufnahmen, die angeblich zeigen, wie Militärfahrzeuge von islamistischen Rebellen zerstört werden. Auch deutsche Truppen sollen bald nach Mali entsandt werden.
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