26.01.13

Schlüsselstadt Gao

Franzosen erobern Islamisten-Hochburg in Mali

Am Sonnabend haben Truppen das strategisch wichtige Gao komplett eingenommen. Die Stadt spielt im Kampf gegen die Rebellen eine Schlüsselrolle.

Foto: AFP

Gao ist eine Hochburg der Islamisten, die den Norden des westafrikanischen Landes seit April 2012 unter ihrer Kontrolle haben
Gao ist eine Hochburg der Islamisten, die den Norden des westafrikanischen Landes seit April 2012 unter ihrer Kontrolle haben

Nach dem Flughafen und einer Brücke in der nordostmalischen Stadt Gao haben französische und malische Soldaten auch den Rest der strategisch wichtigen Stadt erobert. Daran seien auch Soldaten aus Niger und dem Tschad beteiligt gewesen, teilte das französische Verteidigungsministerium am späten Sonnabend in Paris mit. Gao war bislang eine Hochburg der Islamisten, die im April 2012 die Kontrolle im Norden Malis übernommen hatten.

Ein Armeesprecher sagte in Paris, die Einheiten seien bis zum Nachmittag sporadisch unter Beschuss geraten. Informationen über Todesopfer lagen ihm zunächst nicht vor. Verstärkung afrikanischer Truppen sollte demnach bald eintreffen.

Die Extremisten verloren bei den Gefechten den Angaben zufolge wichtige Fahrzeuge und Logistikzentren. Der Luft- und Bodeneinsatz wurde laut einem Militärsprecher im Schutze der Dunkelheit ausgeführt, anschließend habe es weitere Scharmützel gegeben. Zuvor hatten Kampfflugzeuge Angriffe auf die Rebellen geflogen.

Bericht: Islamistenanführer entkommen

Im April vorigen Jahres hatten die vom Norden des westafrikanischen Krisenstaats aus agierenden Islamisten erst Gao, anschließend dann die Provinzhauptstädte Kidal und das vor allem kulturhistorisch bedeutende Timbuktu eingenommen. Seit Frankreich seine Luftangriffe gegen die Rebellen vor zwei Wochen aufgenommen und um eine Bodenoffensive ergänzt hat, haben sich die Extremisten aus den drei zentralmalischen Städten Diabaly, Konna und Douentza zurückgezogen.

Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete, in Diabaly sei den Soldaten ein wichtiger Anführer des Terrornetzwerks Al-Qaida im islamischen Maghreb (AQMI) entkommen. Abu Said soll demnach das Militärlager im Ort geplündert und dann vor den anrückenden Truppen geflohen sein.

Inzwischen haben die französischen Streitkräfte etwa 2.500 Soldaten auf malischem Boden, die zurzeit von rund 1.750 Soldaten aus afrikanischen Nachbarstaaten unterstützt werden.

Die afrikanischen Truppen sollen so bald wie möglich die Leitung des Einsatzes übernehmen. Das US-Außenministerium teilte daher am Freitag (Ortszeit) mit, 32 Millionen Dollar (knapp 24 Millionen Euro) für die Ausbildung der Soldaten bereitzustellen. Die USA unterstützen die malische Regierung seit dem Staatsstreich im vergangenen Jahr nicht direkt, aber sie stellen Frankreich logistische Hilfestellung beim Truppen- und Materialtransport zur Verfügung.

Quelle: dapd/AFP/tj
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