25.01.13

Sowjet-Symbol

Roter Stern kehrt auf russische Kampfjets zurück

Der rote Fünfzack ist ein Erkennungszeichen, wird aber längst inflationär eingesetzt – sogar auf Bierflaschen. Jetzt erlebt er bei Russlands Luftwaffe ein Comeback. Die Begründung ist merkwürdig.

Von Katja Heise
Foto: dpa

Ein zweisitziger Jagdbomber: Mehr als 20 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion kehrt der fünfzackige rote Stern auf Kampfflugzeuge zurück
Ein zweisitziger Jagdbomber: Mehr als 20 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion kehrt der fünfzackige rote Stern auf Kampfflugzeuge zurück

Lange, seit 1923, zierte er die Flagge der Sowjetunion – bis sie 1991 zerfiel. Jetzt kommt der rote Stern zurück.

Er soll als Erkennungszeichen anstelle der weiß-blau-roten Landesflagge wieder auf Kampfflugzeugen prangen. Russische Militärexperten begrüßten das. "Den roten Stern kennt die ganze Welt", sagte Ex-Luftwaffenchef Anatoli Kornukow.

Dabei hat das markante Zeichen mit Russland eigentlich gar nicht viel zu tun. Vielmehr ist es eines der weltweit häufigsten Symbole – mit ganz unterschiedlichen Bedeutungen. So steht der Stern in vielen Ländern für Kommunismus, etwa in der Flagge Nordkoreas.

Aber er ziert auch Flaggen, die mit der marxschen Ideologie nicht viel am Hut haben, wie etwa jene Kaliforniens oder die Neuseelands. Außerdem ziert der rote Fünfzack das Logo der niederländischen Brauerei Heineken oder auch das der italienischen Mineralwassermarke San Pellegrino.

Warum also zurück zu den Symbolen der Vergangenheit und mit welcher Begründung? Weil die seit dem Zerfall des Riesenreiches gebräuchliche weiß-blau-rote Markierung ungeeignet sei zur Tarnung, berichtet die Zeitung "Iswestija" unter Berufung auf das Moskauer Verteidigungsministerium.

Das aber "ist kaum nachvollziehbar", sagt Kai Gudenoge, Sprecher der deutschen Luftwaffe. "Nicht umsonst sind unsere Flieger grau oder camouflagefarben. Wenn es um Tarnung geht, hat ein roter Stern gegenüber der weiß-blau-roten Flagge gar keinen Vorteil." Also doch wehmütiger Hang zu alter Größe?

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