24.01.13

Terror-Prozess

Mumbai-Anschläge – 35 Jahre Haft für Amerikaner

Bei den Mumbai-Anschlägen starben 2008 rund 170 Menschen. Jetzt wurde der Drahtzieher zu 35 Jahren Haft verurteilt. Er hatte auch geplant, Mitarbeiter der Zeitung "Jyllands-Posten" zu enthaupten.

Foto: AFP

Das Taj Mahal Hotel am 26. November 2008. Bei dem Anschlag kamen etwa 170 Menschen ums Leben
Das Taj Mahal Hotel am 26. November 2008. Bei dem Anschlag kamen etwa 170 Menschen ums Leben

Wegen Beihilfe zu den verheerenden Anschlägen im indischen Mumbai 2008 ist ein US-Bürger zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Chicago im US-Bundesstaat Illinois verkündete das Strafmaß für David Coleman Headley, der sich im Jahr 2010 der Unterstützung der Terrororganisation Lashkar-e-Taiba schuldig bekannt und anschließend mit den Behörden kooperiert hatte.

Außerdem gestand er die Beteiligung an einem Anschlagsplan gegen die dänische Zeitung "Jyllands-Posten", die mit Karikaturen des Propheten Mohammed den Zorn islamischer Extremisten auf sich gezogen hatte. Mit dem damaligen Geständnis vermied Headley die drohenden Todesstrafe.

"Ich glaube nicht daran, wenn Herr Headley sagt, er sei ein anderer Mensch und glaube nun an den American way of life", begründete der zuständige Bezirksrichter Harry Leinenweber das Urteil. Es blieb unter der lebenslangen Haftstrafe, die theoretisch auch möglich gewesen wäre.

Der Sohn eines früheren pakistanischen Diplomaten und einer US-Bürgerin war nach Indien und Dänemark gereist, um dort Anschlagsorte auszuspähen. In seinen Aussagen belastete er den aus Pakistan stammenden Geschäftsmann Tahawurr Hussain Rana, dessen Reisebüro er als Tarnung benutzt habe. Rana bestritt die Vorwürfe, wurde in der vergangenen Woche aber wegen des Anschlagsplans in Dänemark zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Fast 170 Todesopfer

Im November 2008 waren bei dem Überfall auf das Hotel Taj Mahal, auf einen Bahnhof und ein jüdisches Zentrum rund 170 Menschen ums Leben gekommen. Darunter waren auch Kinder. Die Belagerung des Hotels hatte sich drei Tage lang hingezogen.

Headley trat den Ermittlungen zufolge 2002 der pakistanischen Islamisten-Organisation Lashkar-e-Taiba bei und nahm mehrmals an Trainingseinheiten in deren Ausbildungslagern teil. Mit den Vorbereitungen für die Anschlagsserie in Mumbai, die nach Angaben der indischen Justiz von Lashkar-e-Taiba verübt wurde, begann er demnach Ende 2005.

In Dänemark gab sich Headley nach eigener Aussage im Herbst 2008 als Vertreter von Ranas Reisebüro aus und wurde in der Anzeigenabteilung der Zeitung "Jyllands-Posten" vorstellig, um die Räume auszukundschaften. Lashkar-e-Taiba wollte offenbar das Gebäude stürmen und so viele Mitarbeiter der Zeitung wie möglich enthaupten. Die pakistanische Islamisten-Organisation führte die Pläne allerdings nie aus.

Quelle: dapd/AFP/sara
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