24.01.13

Nordkorea

Jungdiktator Kim spielt mit der Atombombe

Nordkoreas Machthaber kündigt einen dritten Atomtest an – diesmal mit "unserem Todfeind, den Vereinigten Staaten" als Ziel. Die USA bezeichnen das Vorhaben als unnötige Provokation.

Quelle: dapd
26.01.13 1:20 min.
Nachdem Diktator Kim Jong-un scheinbar für eine Öffnung des Landes eintrat, schlägt er nun wieder schärfere Töne an und droht mit neuen nordkoreanischen Atomwaffentests, um Südkorea einzuschüchtern.

Nordkorea will es der Welt wieder einmal zeigen: Kaum hat der UN-Sicherheitsrat das ostasiatische Land wegen seines jüngsten Raketentests einstimmig verurteilt, fährt Pjöngjang schwere Geschütze auf: Ein neuer, dritter Atomtest sei geplant, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

Pjöngjang wurde konkret: "In der neuen Phase unseres Kampfes gegen die USA verschweigen wir nicht die Fakten, dass Satelliten, Langstreckenraketen, und Atomtests unseren Todfeind, die Vereinigten Staaten, zum Ziel haben werden", zitierte KCNA das Verteidigungsministerium. Außerdem erklärte Pjöngjang die Sechsparteiengespräche für "null und nichtig".

Regime will Zugeständnisse erpressen

Nordkorea war 2003 aus dem Atomwaffensperrvertrag ausgetreten und hatte 2006 und 2009 unterirdische Atomtests durchgeführt. Beide missglückten zwar, führten aber dennoch zu scharfer internationaler Kritik und großer Sorge in der Region. Seitdem droht das Regime mit seinem Atomwaffenprogramm, um internationale Anerkennung und Zugeständnisse wie Nahrungsmittelhilfen zu erpressen.

So hat es der verstorbene Staatschef Kim Jong-il getan, und so hält es nun sein Sohn und Nachfolger Kim Jong-un. Die Hoffnung auf eine neue Friedenspolitik in dem isolierten kommunistischen Land hat sich damit zerschlagen. Zuletzt hatte das Land wegen des Tests einer Langstreckenrakete für Aufregung gesorgt.

Erstmals auch China an Resolution beteiligt

Sie beförderte einen Satelliten ins All, könnte aber theoretisch Atomsprengköpfe bis an die Westküste der USA transportieren. Auf diese Provokation hat der UN-Sicherheitsrat nun mit seiner Resolution 2087 reagiert. Zum ersten Mal war dabei auch China, Nordkoreas letzter Verbündeter und größter Handelspartner, mit im Boot.

Schon seit Monaten legen Satellitenbilder einen Tunnelbau in der Nähe von Punggye-ri nahe, wo die ersten beiden Tests durchgeführt wurden. Nachbarländer und auch Washington drängen Pjöngjang, keinen neuen Test zu unternehmen.

Glyn Davies, Nordkorea-Beauftragter der USA, erklärte: "Wir appellieren an sie, es nicht zu tun. Dies ist nicht der Moment, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu verstärken." Es wird befürchtet, dass diesmal hoch angereichertes Uran statt Plutonium als Spaltmaterial eingesetzt werden könnte.

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