23.01.2013, 18:00

Thailand König beleidigt – Aktivist muss elf Jahre in Haft


Somyot Prueksakasemsuk erschien am 23. Januar vor dem Strafgericht in Bangkok

Foto: CHAIWAT SUBPRASOM / REUTERS

Kritik an der Monarchie wird in Thailand mit Gefängnis bestraft – das blüht jetzt auch dem Aktivisten Somyot Prueksakasemsuk. Er hatte zwei angeblich diffamierende Artikel herausgegeben.

Die königliche Familie ist in Thailand ein sensibles Thema. Der 85-jährige Monarch Bhumibol Adulyadej wird von vielen verehrt – und wer ihn beleidigt, wird mit Gefängnis bestraft. Genau das blüht jetzt dem prominenten politischen Aktivisten Somyot Prueksakasemsuk.

Er hatte 2010 das mittlerweile eingestellte Magazin "Voice of the Oppressed" ("Stimme der Unterdrückten") herausgegeben und darin Artikel veröffentlicht, die angeblich monarchiekritisch sind.

Die Texte bemängeln die Rolle eines fiktionalen Charakters – meinen aber eigentlich den König, wollen die Ermittler festgestellt haben. Die Quittung für die angebliche Majestätsbeleidigung: elf Jahre Gefängnis. Ein Gericht in Bangkok verkündete jetzt das Urteil.

Im Gefängnis sitzt Somyot aber schon eine ganze Weile. Er hatte 2010 in den Protestaktionen in Bangkok gegen die damalige Regierung mitgemischt. Nachdem er dann noch eine Unterschriftenaktion initiiert hatte, um das Gesetz gegen Majestätsbeleidigung zu ändern, wurde er im April 2011 festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Somyot schiebt Verantwortung auf die Autoren

Verantwortung für die Artikel will der Aktivist als Herausgeber aber nicht übernehmen. Sein Anwalt erklärte, nicht Somyot, sondern allein die Autoren der Texte müssten für die Inhalte geradestehen. Deshalb habe der Angeklagte selbst nicht gegen das Gesetz zur Majestätsbeleidigung verstoßen.

Das Gericht erkannte dieses Argument jedoch nicht an. Somyot sei "Journalist, der die Pflicht hatte die Fakten in den Artikeln zu checken, bevor sie veröffentlicht werden", erklärte ein Richter. Als Herausgeber müsse er gar über "eine bessere Urteilsfähigkeit als gewöhnliche Journalisten verfügen". Er habe wissen müssen, dass die Inhalte die Monarchie beleidigen.

Menschenrechtsaktivisten verurteilten das Strafmaß gegen Somyot, der obendrein auch noch in Fußfesseln in den Gerichtssaal gebracht worden war. Mit seinen Anwälten plant er jetzt, in Berufung zu gehen.

(kat)
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