20.01.13

USA

Warum Barack Obama zweimal auf zwei Bibeln schwört

Der US-Präsident beginnt seine zweite Amtszeit mit dem Eid. Den legt er am Sonntag und am Montag ab. Fragen und Antworten.

Foto: AFP

Ein Arbeiter reinigt eine der kugelsicheren Scheiben, in denen Barack Obama am Montag seinen Amtseid ablegt
Ein Arbeiter reinigt eine der kugelsicheren Scheiben, in denen Barack Obama am Montag seinen Amtseid ablegt

Barack Obama wird am Sonntag (17.55 Uhr MEZ) offiziell für vier weitere Jahre vereidigt. Die feierliche Amtseinführung Obamas findet dann am Montag vor dem Kapitol in Washington mit Hunderttausenden Zuschauern unter freiem Himmel statt. Zu der Zeremonie werden bis zu 800.000 Besucher erwartet. Nach seiner Vereidigungsrede führt Obama mit seiner Frau eine Parade über die Pennsylvania Avenue zum Weißen Haus an. In der Nacht zu Dienstag wird die Inauguration mit zahlreichen Bällen in Washington ausklingen.

US-Vizepräsident Joe Biden wurde bereits am Sonntagmorgen vereidigt. Der 70-jährige Biden schwor in Washington auf eine Bibel, die Verfassung der USA nach bestem Gewissen zu verteidigen. Seinen Amtseid nahm bei der kurzen Zeremonie in der Sternwarte der US-Marine die Oberste Richterin Sonia Sotomayor ab. Anschließend fuhr Biden zum Nationalfriedhof Arlington, wo er mit Präsident Barack Obama einen Kranz niederlegen wollte.

Obama wird dieses Mal zweimal den Amtseide anlegen. Warum das so ist und weitere Details der "Inauguration", der Amtseinführung, in fünf Fragen und Antworten.

Warum legt Obama seinen Amtseid am 21. und nicht wie beim ersten Mal vor vier Jahren am 20. Januar ab?

Der 20. Januar ist in der US-Verfassung als Termin festgehalten, fällt aber in diesem Jahr auf einen Sonntag. Daher spricht Obama am Sonntag den Amtseid nur im kleinen Kreis und wiederholt ihn am Montag öffentlich bei der feierlichen Zeremonie auf den Stufen des Kapitols.

Bis in die 30er-Jahre begannen die Legislaturperiode des neuen Kongresses und die Amtszeit des Präsidenten am 4. März. Da vielen die Zeitspanne von den Wahlen im November bis zum Amtsantritt im März gerade in Krisenzeiten zu lang erschien, wurde mit dem 20. Verfassungszusatz der Termin auf den 20. Januar vorgezogen. Als letzter Präsident legte 1933 Franklin D. Roosevelt den Schwur am 4. März ab.

Wie lautet die Eidesformel?

"Ich gelobe feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich verwalten und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften erhalten, schützen und verteidigen will." Vor vier Jahren hatte der Oberste Richter John Roberts beim Vorsagen einen Versprecher eingebaut und Obama damit ins Stocken gebracht, sodass sie die Eidesleistung sicherheitshalber am Tag darauf wiederholten.

Worauf schwört Obama?

Wenn er die rechte Hand zum Schwur hebt, legt er die linke diesmal gleich auf zwei Bibeln. Zusätzlich zu der Bibel Abraham Lincolns, die er schon 2009 benutzte, nimmt er noch die des Bürgerrechtlers und Pastors Martin Luther King: Die Amtseinführung fällt diesmal mit dem Martin-Luther-King-Tag zusammen, einem staatlichen Feiertag, mit dem die USA immer am dritten Montag im Januar des Friedensnobelpreisträgers gedenken.

Seit wann gibt es eine Parade zur Amtseinführung?

In organisierter Form seit dem Amtsantritt von James Madison 1809. Die Tradition geht jedoch auf den ersten Präsidenten George Washington 1789 zurück. Als der sich von Mount Vernon zur Eidesleistung nach New York begab, stießen unterwegs immer mehr Menschen dazu und begleiteten ihn zum Schwur. Bei der zweiten Vereidigung Lincolns 1865 marschierten zum ersten Mal Afroamerikaner mit, bei Woodrow Wilson 1917 waren erstmals Frauen dabei. Bei Obama vor vier Jahren zog zum ersten Mal eine Lesben- und Schwulenorganisation mit über die Pennsylvania Avenue zum Weißen Haus.

Wie viele Bälle sind üblich?

Das ist ganz unterschiedlich. Der erste Amtseinführungsball fand 1789 zu Ehren George Washingtons statt, und zwar eine Woche nach seiner Vereidigung. Die Tradition, den neuen Präsidenten mit Musik und Tanz zu feiern, verfestigte sich 1809 mit einer Gala für James Madison. Manche Präsidenten indes hatten keine Lust auf große Festivitäten und verzichteten dankend.

In der jüngeren Geschichte war es Bill Clinton, der sich von elf Bällen 1993 vier Jahre später auf rekordverdächtige 14 steigerte. Für Obama fanden 2009 zehn offizielle Amtseinführungsbälle statt. Dieses Jahr beschränkt er sich angesichts der wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf zwei: den Ball des Oberbefehlshabers für Mitglieder der Streitkräfte und den Amtseinführungsball, für den die Tickets zu 60 Dollar in Windeseile ausverkauft waren.

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