19.01.13

Bulgarien

Chef der Türken-Partei bei Rede mit Pistole bedroht

Unfassbarer Vorfall in Sofia: Während einer Rede ist der Chef der Türkenpartei, Ahmed Dogan, von einem Mann mit einer Pistole bedroht worden. Der Täter wurde festgenommen, bevor er schießen konnte.

Quelle: Reuters
19.01.13 0:47 min.
Bei der Rede des Parteichefs der Türken-Partei springt ein Mann auf die Bühne und versucht, den Redner zu erschießen. Ein Schuss löst sich aber nicht. Sicherheitskräfte überwältigen den Täter sofort.

In Bulgarien ist ein mutmaßlicher Anschlag auf den Chef der Türkenpartei, Ahmed Dogan, vereitelt worden. Ein mit einer Pistole bewaffneter Mann kam an Dogan heran, als dieser am Samstag eine Rede vor einem Kongress seiner Partei DPS hielt.

Doch bevor er abdrücken konnte, griff der sichtlich erschrockene Politiker dem Täter in die Hand. Es folgte ein kurzes Gerangel, dann überwältigten herbeistürmende Sicherheitskräfte den Angreifer mit roher Gewalt.

Der Mann mit türkischer Abstammung soll als Delegierter auf der Parteikonferenz registriert worden sein.

Technisches Malheur?

Ob Dogan einfach nur rechtzeitig reagierte oder ein technisches Malheur das Attentat vom Samstag zum Scheitern verdammte, ist Videobildern von dem Vorfall nicht eindeutig zu entnehmen.

Die BBC zitierte den bulgarischen Innenminister Zwetan Zwetanow mit den Worten, das auserkorene Opfer sei höchstwahrscheinlich von "einer Fehlzündung" gerettet worden.

Die Parteikonferenz im Kulturpalast der Hauptstadt Sofia wurde sofort unterbrochen. Dogan sei nicht verletzt und ihm gehe es gut, hieß es nach seiner Untersuchung im Regierungskrankenhaus.

Attentäter ins Krankenhaus

Der Attentäter wurde festgenommen und ins Krankenhaus gebracht. Bei dem Mann handelt es sich nach Behördenangaben um einen vorbestraften 25 Jahre alten bulgarischen Nationalisten, der neben der Schusswaffe auch zwei Messer bei sich führte.

Zwar sind Gaspistolen primär zur Selbstverteidigung gedacht, aus kurzer Distanz abgefeuert können sie Menschen aber lebensgefährliche Verletzungen zufügen.

"Sprache des Hasses"

Die Türkenpartei DPS erklärte nach dem Vorfall, sie wisse nicht, wer der "Auftraggeber" sei. Doch dies sei "die Sprache des Hasses, der Konfrontation und der Aggression gegen die DPS in Bulgariens Gesellschaft", sagte Vize-Chef Lütwi Mestan.

Auch die oppositionellen Sozialisten kritisierten die politischen Zustände in dem EU-Land. "Dies sei das Ergebnis der Hass-Politik der bulgarischen Regierung", meinte der sozialistische Ex-Innenminister Rumen Petkow.

Die Bewegung der türkischen Minderheit DPS ist im Parlament in Sofia und im EU-Parlament vertreten. Die DPS war bis Mitte 2009 an einer sozialliberalen Koalitionsregierung in Sofia beteiligt.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, zeigte sich zutiefst schockiert über den Zwischenfall.

"Ich bin sehr froh, dass Ahmed Dogan nicht verletzt wurde. Politische Gewalt darf in Europa niemals wieder Fuß fassen", erklärte Löning, der an dem Parteitag teilgenommen hatte und nach eigenen Angaben Augenzeuge des Anschlagversuchs war.

Quelle: dpa/dapd/fp
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Bei den Lohnverhandlungen gab es eine Einigung bei den BVG
12:58Lohnverhandlungen
BVG zahlt höhere Löhne - Streikgefahr abgewendet

In den festgefahrenen Tarifverhandlungen bei den Berliner Verkehrsbetrieben gab es einen Kompromiss. Die Löhne sollen in drei Schritten bis 2015 erhöht werden. mehr...


An der Fleischtheke eines Supermarktes starb der 82 Jahre alte Marcel M.
14:55Mord an Fleischtheke
Mutmaßlicher Messerstecher – Hausmeister fühlte sich bedroht

Marcel M. starb mit 82 Jahren, nachdem er an der Fleischtheke niedergestochen wurde. Den mutmaßlichen Täter kennen die meisten Nachbarn nicht, ein Hausmeister erinnert sich aber an eine Begegnung. mehr...


Rocket-Internet-Geschäftsführer Alexander Kudlich in der Firmenzentrale in Mitte
13:32Rocket Internet
100 Millionen Dollar für Expansion von Zalando-Klon Zalora

Der von Rocket Internet nach dem Zalando-Vorbild in Südostasien gegründete Modeversender Zalora geht auf Expansionskurs. Finanziert von Kinnevik, Summit Partners und Tengelmann. mehr...


Maskierte Polizisten durchsuchen wegen des Verdachts der Bildung einer linksextremistischen Vereinigung ein Haus in Magdeburg
13:28Kriminalität
Hausdurchsuchungen bei mutmaßlichen Linksextremisten

In Berlin und Magdeburg hat die Polizei Objekte von mutmaßlichen Linksextremisten durchsucht. Dabei soll es sich um eine Gruppe handeln, die mehrere Sprengstoffanschläge in Berlin verübt. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Multimedia
Bulgarien

Mann bedroht Politiker während einer Rede

Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Oklahoma Wiedersehen nach dem schweren Tornado
Umzug Karneval der Kulturen 2013 - Berlin ist bunt
US-Kongress Apple verteidigt Steuersparmodell
Xbox One Microsoft stellt neue Spielkonsole vor
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Bilder von oben

Das zerstörte Oklahoma City aus der Luft

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote