19.01.2013, 15:40

Algerien Armee stürmt Gasfeld - Alle Geiseln und Terroristen getötet


Die algerische Armee hat die Gasanlage nahe Amenas gestürmt: Alle Terroristen starben. Sie hatten ihre Geiseln vor dem Zugriff getötet

Foto: Str / dpa

Die algerische Armee hat die Gasanlage nahe Amenas gestürmt: Alle Terroristen starben. Sie hatten ihre Geiseln vor dem Zugriff getötet Foto: Str / dpa

Bei dem Angriff auf eine Gasanlage in Algerien hat die Armee alle Geiselnehmer getötet. Die Kidnapper hatten zuvor alle Geiseln hingerichtet.

Bei der Militäraktion gegen die Geiselnehmer in der algerischen Wüste sind insgesamt 55 Menschen getötet worden. 23 Geiseln seien ums Leben gekommen, gab das algerische Innenministerium am Samstagabend bekannt. Über die Nationalitäten wurde zunächst nichts mitgeteilt. Außerdem seien 32 Terroristen getötet worden.

Am Sonnabend hatte die Armee die Gasanlage bei in-Amenas im Osten des Landes gestürmt. Dabei wurden elf Terroristen getötet, sie sollen zuvor die letzten sieben Geiseln umgebracht haben.

Die Anlage war am Mittwoch von schwer bewaffneten Islamisten besetzt worden. Am Donnerstag griff das Militär erstmals an. Dabei wurden nach der offiziellen Bilanz 685 algerische Arbeiter und 107 ausländische Kräfte befreit.

Spezialeinheiten erhielten am Morgen den Auftrag, das seit Tagen andauernde Geiseldrama in der Gasförderanlage im Süden des Landes zu beenden. "Elf Terroristen sind getötet worden und die ausländischen Geiseln sind umgekommen", sagte ein Mitarbeiter der Sicherheitskräfte. "Wir glauben, dass sie aus Rache umgebracht worden sind."

Insgesamt seien bei der Geiselnahme 25 bis 27 Geiseln gestorben. Mehrere ausländische Regierungen hatten in den vergangenen Tagen an die Regierung in Algier appelliert, dem Schutz der Geiseln höchste Priorität einzuräumen.

Hunderte Geiseln genommen

Die algerische Armee hatte am Donnerstag in der Gasanlage bei In Aménas nahe der libyschen Grenze, rund 1300 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Algier, eine erste große Befreiungsaktion gestartet, nachdem die Islamisten dort am Mittwoch Hunderte Geiseln genommen hatten.

Die Islamisten fordern unter anderem ein Ende des französischen Militäreinsatzes gegen islamistische Milizen im Norden Malis.

Nach Informationen von "al-Watan" sollen die Entführer am Sonnabendmorgen begonnen haben, ihre Geiseln hinzurichten. Die Armee habe dann die Anlage gestürmt. Für die sieben Ausländer – drei Belgier, zwei US-Amerikaner, ein Brite und ein Japaner – war es jedoch zu spät.

Deutsche in Sicherheit

Auch zwei Deutsche wurden aus dem Land ausgeflogen. Die beiden Mitarbeiter einer Bohrfirma hatten sich mehrere Kilometer entfernt an ihrem Einsatzort befunden, als die Islamisten das Gasfeld überfielen. Die letzten Tage hätten sie an einem sicheren Ort in der Obhut algerischer Sicherheitskräfte verbracht, berichtete das Auswärtige Amt.

Am Samstagabend konnten sie den Wüstenort nach Angaben des Auswärtiges Amtes an Bord eines von der britischen Regierung gecharterten Zivilflugzeugs in Richtung Großbritannien verlassen. Ihnen gehe es den Umständen entsprechend gut, hieß es. Die Männer sollten im Laufe des Abends auf dem Flughafen London-Gatwick eintreffen und dort von Mitarbeitern der deutschen Botschaft in Empfang genommen werden

(dpa/AFP/mim)
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