16.01.13

Waffengesetze

US-Präsident Obama will Sturmgewehre verbieten

Nach dem Amoklauf von Newtown plädiert Barack Obama für ein Verkaufsverbot von Sturmgewehren. New York hat seine Gesetze schon verschärft.

Foto: dpa

Besucher betrachten ein Sturmgewehr auf einer Waffenmesse in den USA. Einen Monat nach dem Schulmassaker im nahen Newtown mit 20 toten Kindern hat der Staat New York ein deutlich verschärftes Waffengesetz auf den Weg gebracht. Sturmgewehre sollen demnach in privater Hand ebenso verboten sein wie Magazine mit mehr als sieben Schuss
Besucher betrachten ein Sturmgewehr auf einer Waffenmesse in den USA. Einen Monat nach dem Schulmassaker im nahen Newtown mit 20 toten Kindern hat der Staat New York ein deutlich verschärftes Waffengesetz auf den Weg gebracht. Sturmgewehre sollen demnach in privater Hand ebenso verboten sein wie Magazine mit mehr als sieben Schuss

Einen Monat nach dem Schulmassaker von Newtown erhöht US-Präsident Barack Obama in der Debatte um schärfere Waffengesetze den Druck: Am Mittwochmittag will er einen umfassenden Maßnahmen-Katalog präsentieren und sich dabei Medienberichten zufolge auch für ein Verkaufsverbot von Sturmgewehren aussprechen. Eine Zustimmung des Kongresses gilt jedoch als fraglich.

Der Bundesstaat New York preschte am Dienstag vor und reformierte sein Waffengesetz zum schärfsten aller US-Staaten. Bei neuerlichen Schießereien an zwei Colleges in Kentucky und Missouri wurden unterdessen zwei Menschen getötet und drei weitere schwer verletzt.

Der Maßnahmen-Katalog Obamas beinhaltet laut Medienberichten neben dem Verkaufsverbot für Sturmgewehre auch obligatorische Prüfungen des persönlichen Hintergrunds von Waffenkäufern und eine Höchstgrenze für die Patronenzahl von Magazinen. Regierungssprecher Jay Carney hatte zuvor nur gesagt, dass es sich um zahlreiche konkrete Vorschläge handele, aber keine Einzelheiten genannt.

Widerstand im Kongress

Den Maßnahmen müsste der Kongress zustimmen, wo es anhaltenden Widerstand gegen schärfere Waffengesetze gibt. Obama sei bewusst, dass es Grenzen dafür gebe, was getan werden könne, sagte Carney.

Berichte, nach denen Obama angesichts des Widerstands dazu tendiere, auch per Dekret zu handeln, wollte Carney nicht bestätigen. Der "New York Times" zufolge hat Obama insgesamt 19 Punkte zur Eindämmung der Waffengewalt im Blick, unter anderem Einfuhrbeschränkungen für Schusswaffen. Es handele sich um die größte Initiative dieser Art seit Jahrzehnten, schreibt die Zeitung.

Neues Waffengesetz in New York

In New York trat unterdessen das schärfste Waffengesetz aller 50 Bundesstaaten in Kraft. Nachdem innerhalb von nur zwei Tagen Senat und Repräsentantenhaus in Albany dafür gestimmt hatten, unterschrieb Gouverneur Andrew Cuomo das Gesetz am Dienstagnachmittag. Es sieht vor, dass Sturmgewehre in privater Hand ebenso verboten sein sollen wie Magazine mit mehr als sieben Schuss.

Schon zuvor hatten im "Empire State" deutlich restriktivere Waffengesetze als in fast allen anderen Staaten gegolten. "Ich glaube, das ist ein umfassendes Paket, das einen wirklichen Unterschied ausmachen wird", sagte Cuomo.

Zwei Schießereien an US-Colleges heizten die Diskussion über schärfere Waffengesetze am Dienstag zusätzlich an. Im Bundesstaat Kentucky wurden bei einem Schusswechsel auf einem Parkplatz vor dem "Hazard Community and Technical College" zwei Menschen getötet und ein weiterer schwer verletzt.

In St. Louis im Bundesstaat Missouri schoss ein 21 Jahre alter Schüler Medienberichten zufolge auf einen Mitarbeiter der Universität und richtete die Waffe dann gegen sich selbst. Der Schütze und der Uni-Mitarbeiter wurden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Quelle: dpa/mim
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