09.01.13

Bis 2014

USA bereiten sich auf Truppenabzug aus Afghanistan vor

Ein Ende im Afghanistan-Krieg ist auch nach mehr als zehn Jahren nicht in Sicht. Die USA wollen offenbar ihre Truppen bis 2014 abziehen.

Foto: dapd

US-Soldaten kehren aus Afghanistan zurück un werden von ihren Familien empfangen: 2014 könnte der Großteil der Truppen ganz abgezogen werden
US-Soldaten kehren aus Afghanistan zurück un werden von ihren Familien empfangen: 2014 könnte der Großteil der Truppen ganz abgezogen werden

Die USA schließen erstmals einen vollständigen Truppenabzug aus Afghanistan nicht aus. Es sei unklar, ob nach 2014 noch weitere US-Soldaten im Land bleiben sollen, meinte der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Ben Rhodes. "Wir wollen keine Optionen ausschließen", sagte er am Dienstag (Ortszeit) zur Ankunft des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai in Washington.

Der Abzug der internationalen Kampftruppen vom Hindukusch ist zwar seit längerem für Ende 2014 geplant. Unklar ist bisher aber, ob nicht noch weitere US-Kontingente vor Ort bleiben sollen. Die Frage dürfte ein Thema sein, wenn US-Präsident Barack Obama am Freitag Karsai im Weißen Haus empfängt. Bereits am Donnerstag spricht Karsai mit Außenministerin Hillary Clinton und Verteidigungsminister Leon Panetta.

US-Hilfe bei Aufbau afghanischer Truppen

Hauptthema der Gespräche in Washington sei der Übergangsprozess in Afghanistan nach 2014, meinte der Sprecher im Weißen Haus, Jay Carney. Es gehe um "unsere gemeinsame Vision einer andauernderen Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Afghanistan". Konkret dürfte es darum gehen, wie die USA beim Aufbau der afghanischen Truppen mithelfen, etwa mit Ausrüstung und weiteren Finanzhilfen.

In der Frage einer weiteren US-Truppenpräsenz bahnt sich seit einiger Zeit Konfliktstoff an. Die Zeitung "New York Times" berichtete kürzlich, der in Afghanistan kommandierende General John Allen denke an bis zu 20.000 Soldaten. Als Mindeststärke wolle er auch nach 2014 rund 6000 Mann.

Je weniger Truppen am Hindukusch blieben, umso größer sei das Sicherheitsrisiko. Die verbleibenden US-Soldaten sollten weitgehend Spezialkräfte für Anti-Terrorismus-Operationen sein. In Washington heißt es, die Frage der künftigen US-Truppenstärke solle aber nicht während des Karsai-Besuchs entschieden werden.

Karsai will Rückzug der US-Army

Karsai hatte immer wieder gefordert, die US-Truppen sollten sich aus afghanischen Dörfern in ihre Kasernen zurückziehen. Außerdem hatte er immer wieder US-Angriffe mit zivilen Opfern gebrandmarkt. Gegenwärtig sind 68.000 US-Soldaten sowie rund 30.000 weitere internationale Truppen in dem Land stationiert.

Die USA haben bereits ein bilaterales Abkommen mit Afghanistan abgeschlossen, das für das Jahrzehnt von 2014 bis 2024 gilt. Eine konkrete Stärke der US-Truppen ist darin aber nicht genannt.

Quelle: dpa/mim
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