09.01.2013, 07:49

Nordirland Sechste Krawallnacht – Gewalt an Kates Geburtstag befürchtet

Mi, 09.01.2013, 08.31 Uhr

Zu Ehren des Geburtstags von Prinz Williams Ehefrau Kate soll die britische Fahne jetzt erstmals seit Beginn der Proteste wieder über dem Rathaus wehen. Erneut kam es in der Nacht zu Krawallen.

Video: Reuters
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Bereits die sechste Nacht in Folge gab es in Belfast gewalttätige Auseinandersetzungen von pro-britischen Demonstranten.

Im nordirischen Flaggenstreit kommt Belfast nicht zur Ruhe: In der sechsten Krawallnacht in Folge griffen pro-britische Demonstranten am Dienstagabend die Polizei mit Brandbomben und Feuerwerkskörpern an. Anders als in der Nacht zuvor mussten die Sicherheitskräfte diesmal aber keine Wasserwerfer und Gummigeschosse gegen die Randalierer einsetzen.

Auslöser der seit Wochen anhaltenden Proteste war Anfang Dezember die Entscheidung des Stadtrats, die seit einem Jahrhundert über dem Rathaus wehende britische Flagge nur noch zu bestimmten Anlässen an 17 Tagen zu hissen. Pro-britische Loyalisten sehen in dem Beschluss des Rats, der mit den Stimmen der pro-irischen Sinn-Fein-Partei sowie von Abgeordneten gemäßigter Parteien getroffen worden war, den Weg für eine weitere Loslösung der Provinz von London bereitet.

Bei den Krawallen wurden bislang 106 Menschen festgenommen, 60 Beamte wurden verletzt. Die Wirtschaft warnte bereits vor schweren Folgen für Unternehmen und den Tourismus. Es wird befürchtet, dass der vor 30 Jahren beendete Konflikt zwischen militanten pro-britischen und pro-irischen Nationalisten wieder aufflammen könnte. Erstmals seit Beginn der Unruhen soll die britische Flagge zu Ehren des Geburtstags von Prinz Williams Ehefrau Kate an diesem Mittwoch wieder über dem Rathaus wehen.

Kate will ihren 31. Geburtstag am Mittwoch übrigens ohne großes Fest feiern. Die Herzogin von Cambridge werde den Tag "privat" begehen, teilte der St.-James-Palast mit. Kate hält sich dem Vernehmen nach derzeit mit William in ihrem Haus in Wales auf.

Kate war Anfang Dezember wegen starker Schwangerschaftsübelkeit ein paar Tage im Krankenhaus behandelt worden. Ihren ersten offiziellen Auftritt hatte sie anschließend erst wieder Mitte Dezember.

(rtr/AFP/dpa/alu)
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