08.01.13

Venedig

Vandalen hauen Wagner und Verdi die Nasen ab

Die Giardini sind ein Refugium der Venezianer. Hier stehen zahlreiche Statuen von Prominenten, die der Stadt sehr verbunden waren, wie Richard Wagner. Jetzt sind sie von Vandalen beschädigt worden.

Von Teresa Nauber
Foto: dpa

Da steht er und blickt unvermindert heroisch auf die venezianische Lagune: Richard Wagner. Der Statue in den Giardini di Castello in Venedig haben Unbekannte die Nase abgeschlagen.

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Richard Wagner entbehrt seiner Nase, ebenso wie der große Giuseppe Verdi. Sie beide schauen in den berühmten Giardini, den Venezianischen Gärten, mit entstelltem Gesicht auf die Lagune. Vandalen haben einem Bericht des "Corriere del Veneto" zufolge in der Nacht von Sonntag auf Montag mehrere Statuen, darunter jene, die Wagner und Verdi darstellen, beschädigt.

Von großem künstlerischen Wert sind die Statuen nicht, jedenfalls nicht im Vergleich zu all der Renaissance-Pracht, die die Lagunenstadt sonst zu bieten hat. Für die Venezianer jedoch haben die Figuren großen ideellen Wert.

Die Werke nämlich zeigen Männer, die auf besondere Weise mit Venedig verbunden sind, die Stadt mit ihren Werken und ihrem Geist geprägt haben. Neben Wagner und Verdi auch Riccardo Salvatico, den Bürgermeister, der 1895 die erste Biennale ausrichtete, jene Kunst- und Architekturschau, die bist heute Millionen Besucher anzieht.

Refugium der Venezianer

Die Giardini, in denen die Statuen stehen, sind zudem nicht nur Austragungsort der Biennale, sondern auch ein Refugium der Venezianer. Viel Grün hat die imposante Stadt nicht zu bieten. Für einen längeren Spaziergang nutzen daher viele Einwohner die Gärten im Stadtteil Castello, der bis heute überwiegend von Venezianern bewohnt ist.

Ein Spaziergänger, der am Montag wie an jedem Morgen an den Statuen vorbeischlenderte, bemerkte deshalb sofort, dass etwas nicht stimmte. Nicht nur fehlen Wagner, Verdi und dem griechischen Philosophen Platon die Nasen; der Darstellung einer weiblichen Allegorie aus dem 18. Jahrhundert haben die (oder der) Täter gar eine Brustwarze abgeschlagen. Eine historische Auswahl haben sie also offenbar nicht vorgenommen.

Die venezianische Polizei – umgehend von dem Mann informiert – tappt im Dunkeln. Es lässt sich nicht einmal mit Sicherheit nachvollziehen, womit die Figuren traktiert wurden. Überwachungskameras fehlen in dem Bereich, den die Statuen schmücken.

Foto: Veranstalter

Die Hausbootyacht auf dem Canale di San Marco, im Hintergrund der Dogenpalast (rechts) und der Turm Campanile

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