07.01.13

Nordirland

Pro-britische Demonstranten attackieren Polizisten

Eskalation im Flaggen-Streit: Weil die britische Flagge in Belfast nicht mehr über dem Rathaus der Stadt weht, hat es die vierte Nacht in Folge brutale Ausschreitungen gegeben.

Quelle: Reuters
07.01.13 0:41 min.
Auch in der vierten Nacht der Krawalle seien zahlreiche Personen verletzt worden, erklärte die Polizei. Sie machte pro-britische Extremisten für die Gewalt verantwortlich.

In der nordirischen Hauptstadt Belfast hat es die vierte Nacht in Folge Ausschreitungen gegeben. Eine Menschenmenge attackierte am späten Sonntagabend mit Stahlbarrieren, Steinen, Feuerwerkskörpern und Flaschen Polizisten, die im Osten der Stadt patrouillierten. Beratungen von Politikern und Kirchenvertretern über ein Ende der Gewalt blieben zunächst ergebnislos.

Mit Einbruch der Dunkelheit versammelte sich im Osten Belfasts eine Menschenmenge, die die Polizisten angriff. Unruhen wurden aus verschiedenen Gegenden der Stadt gemeldet. Der nordirische Polizeichef Matt Baggott kündigte ein hartes Vorgehen gegen Demonstranten an, die Gewalt anwendeten.

"Sie können sicher sein, dass es genügend Ressourcen gibt für den Fall weiter Unruhen", sagte Baggott. Die Polizei stehe bereit, so lange dies notwendig sei.

"Wie wir das machen, weiß ich nicht"

Kurz vor Beginn der erneuten Ausschreitungen hatten Politiker und Kirchenvertreter darüber beraten, wie die jüngsten Unruhen beendet werden könnten. Robin Newton von der Democratic Unionist Party (DUP) erklärte jedoch, angesichts des mangelnden Engagements der Protestveranstalter sei nicht mit einem baldigen Ende zu rechnen.

"Wir müssen einen Weg finden, um da raus zu kommen, aber wie wir das machen, weiß ich nicht", räumte Newton ein.

Bereits in den vergangenen Nächten hatte es in Belfast Ausschreitungen mit zum Teil Hunderten Demonstranten gegeben. Laut Polizei wurden bislang 52 Beamte verletzt, zudem gab es 70 Festnahmen. 47 Menschen müssen sich strafrechtlich verantworten.

Paramilitärs unter den Demonstranten?

Bei Ausschreitungen am Samstag war die Polizei mit Wasserwerfern und Plastikgeschossen gegen mehr als hundert Demonstranten vorgegangen. Beamte berichteten zudem, unter Beschuss genommen worden zu sein.

Die nordirische Polizeigewerkschaft erklärte, das Abfeuern von Schüssen auf Polizisten zeige, dass sich Paramilitärs unter die Demonstranten gemischt hätten. Die Proteste würden von der paramilitärischen Gruppe Ulster Volunteer Force (UVF) ausgenutzt, erklärte Gewerkschaftschef Terry Spence.

"Paramilitärs haben diesen Flaggenprotest zum Anlass genommen, um jetzt ihre Waffen gegen die Polizei zu richten", sagte Spence.

Pro-britische Protestanten gegen Flaggen-Reduzierung

Die Unruhen im zu Großbritannien gehörenden Nordteil der irischen Insel richten sich gegen eine Entscheidung des Stadtrats von Belfast von Anfang Dezember, die britische Flagge nicht mehr ständig über dem Rathaus wehen zu lassen. Dagegen wehren sich pro-britische Protestanten.

In drei Jahrzehnten gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen London-treuen Protestanten und den nach einem vereinten Irland strebenden Katholiken wurden rund 3500 Menschen getötet.

Mit dem Friedensabkommen vom Karfreitag des Jahres 1998, das die Machtteilung zwischen Protestanten und Katholiken vorsieht, wurde der Konflikt weitgehend beendet.

Quelle: Reuters
06.01.13 1:24 min.
In der nordirischen Hauptstadt Belfast ist es in der dritten Nacht in Folge Nacht zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Polizei und pro-britischen Demonstranten gekommen.
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Himmelskreaturen Der Angriff der Riesendrachen
Raumfahrt Nasa schickt wieder Astronauten ins All
Sexueller Missbrauch Neues Gesetz soll Kinder besser schützen
Merkel empfängt Emir "Katar unterstützt keine Terror- Organisation…
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

British Royal

Happy Birthday, Harry! Ein Prinz wird 30

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote