03.01.2013, 08:46

Pakistan Taliban-Führer bei US-Drohnenangriff getötet


Eine US-Drohne vom Typ MQ-1 Predator. Beim Drohnenkrieg in Pakistan starben bereits über 3000 Menschen

Foto: tm mr lof / dpa

Eine US-Drohne vom Typ MQ-1 Predator. Beim Drohnenkrieg in Pakistan starben bereits über 3000 Menschen Foto: tm mr lof / dpa

Die USA haben bei zwei Drohnenangriffen in Pakistan zwölf Aufständische getötet, darunter offenbar auch einen hochrangigen Taliban-Kommandeur. Das melden pakistanische Nachrichtensender.

Bei zwei US-Drohnenangriffen im nordwestpakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan sind nach Angaben aus Geheimdienstkreisen mindestens zwölf Aufständische getötet worden. Pakistanische Nachrichtensender meldeten am Donnerstag, unter den Toten sei ein wichtiger Taliban-Kommandeur namens Maulawi Nazir.

Ein Geheimdienstmitarbeiter, der anonym bleiben wollte, sagte, entsprechende Informationen lägen vor, seien aber noch unbestätigt. Nazirs Gruppe kämpft gegen ausländische Truppen in Afghanistan, nicht aber gegen pakistanische Sicherheitskräfte. Zu den Drohnenangriffen kam es in den Stammesgebieten Nord- und Süd-Waziristan.

Seit dem Amtsanstritt von US-Präsident Barack Obama haben Drohnenangriffe in Pakistan stark zugenommen. Während es 2007 nur fünf Drohnenangriffe gab, stieg die Zahl bis 2010 um 117 Angriffe. 2011 kamen 46 Drohnen zum Einsatz.

Drohnen treffen Zivilisten

Die meisten der unbemannten Flugkörper haben militante Islamisten getroffen, allerdings wurden auch viele Zivilisten getötet. Menschenrechtsorganisationen beklagen, dass viele Bewohner betroffener Gegenden aus Angst ihrer Häuser nicht mehr verließen.

Bislang sollen bis zu 3400 Pakistaner getötet worden sein, davon möglicherweise knapp 900 Zivilisten. Genaue Zahlen gibt es schon deshalb nicht, weil die Taliban die Angriffsorte sofort absperren.

Viele Pakistaner sehen im US-Drohnenkrieg einen Angriff auf die Souveränität ihres Landes. Andere dagegen begrüßen den Tod führender Taliban im Grenzgebiet zu Afghanistan.

(dpa/Reuters/pku)
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