03.01.13

Verbindung

Minister Niebel hat einen Brieffreund in Somalia

Im Jahr 2011 traf der Somalier Hussein Mohamud den deutschen Entwicklungsminister in einem Flüchtlingscamp in Kenia. Seitdem schreibt er Niebel Briefe. Der antwortete, wenn auch verspätet.

Foto: dpa

Entwicklungsminister Dirk Niebel (r, FDP) spricht bei einem Besuch im somalischen Flüchtlingscamp von Dadaab in Kenia mit dem Somali Hussein Mohamud
Entwicklungsminister Dirk Niebel (r., FDP) spricht bei einem Besuch im somalischen Flüchtlingscamp von Dadaab in Kenia mit dem Somali Hussein Mohamud

Die Geschichte des Somaliers Hussein Mohamud stand zunächst unter keinem guten Stern: Das Jahr seiner Geburt, 1991, war auch das Jahr, in dem Diktator Siad Barre gestürzt wurde und der somalische Bürgerkrieg seinen Höhepunkt fand. Bis heute kommt das Land im Osten Afrikas nicht zur Ruhe. Husseins Geschichte aber hat ein Happy End, das mit einer ungewöhnlichen Brieffreundschaft begann. Eine Begegnung mit einem prominenten Deutschen veränderte sein Leben.

Dass Hussein Entwicklungsminister Dirk Niebel traf, kam so: Aus Sorge um ihren kleinen Sohn packten dessen Eltern ihre Taschen und flohen mit ihm aus Somalia in ein Flüchtlingslager ins benachbarte Kenia. Dieses Lager in Dadaab wiederum besuchte 2011 der deutsche Entwicklungsminister während eines Aufenthalts am Horn von Afrika.

"Unser Treffen hat mein Leben verändert"

Als der junge Hussein den Minister sah, sprach er ihn einfach an. Und die Begegnung sollte einen bleibenden Eindruck bei dem Afrikaner hinterlassen. Im Sommer 2012 wandte er sich erneut mit einem Brief an Niebel. "Ich bin der junge Typ von damals. Unser Treffen hat mein Leben verändert", schrieb er.

Das kurze Gespräch habe ihn dazu angespornt, besser Englisch zu lernen. Hussein bewarb sich um einen Platz im Umsiedlungsprogramm der amerikanischen Regierung – und landete schließlich in Nashville, Tennessee. Dort, so schrieb er dem Minister, verfolge er einen weiteren Traum.

Er sei Fan der großen Clubs wie "bayern munich, bayern liverkusen, schulke, dotmund" und wolle selbst Fußballprofi werden. Er hoffe dabei auf die Unterstützung des deutschen Ministers, damit er Tausenden somalischen Kindern ein Vorbild sein könne.

Post vom deutschen Minister

Und Dirk Niebel antwortete seinem neuen Brieffreund, wenn auch verspätet, Anfang Dezember. Er freue sich, dass Hussein in den USA "zur Schule gehen und seinen Traum verfolgen" könne.

Er sei schon in Kenia von dessem "starken Willen zu einer guten Ausbildung" beeindruckt gewesen. Nur auf Husseins Bitte nach ein wenig Hilfe bei seiner Fußballkarriere ging der Entwicklungshilfeminister nicht ein.

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