01.01.13

Neue Komplikationen

Venezolaner beten für kranken Staatschef Chávez

Der Gesundheitszustand des an Krebs erkrankten venezolanischen Präsidenten Chávez ist laut seinem Stellvertreter "heikel". In Caracas haben sich die Menschen auf den Straßen versammelt, um zu beten.

Von Ian James
Foto: REUTERS

Beten für den kranken Präsidenten: Chávez-Anhänger in Caracas
Beten für den kranken Präsidenten: Chávez-Anhänger in Caracas

Die Sorge um die Gesundheit ihres krebskranken Präsidenten Hugo Chávez hat etliche Venezolaner an Silvester auf die Straße getrieben. In der Hauptstadt Caracas versammelten sich Anhänger auf Plätzen und in Kirchen, um für Chávez zu beten.

Der musste kurz zuvor abermals einen Rückschlag hinnehmen: Als Folge einer Atemwegsinfektion nach seiner Krebsoperation seien bei dem Staatschef "neue Komplikationen" aufgetreten, hatte Vizepräsident Nicolas Maduro am Sonntagabend (Ortszeit) in einer Fernsehansprache aus Kuba erklärt. Chávez" Zustand sei heikel, die Behandlung nicht ohne Risiken. Weitere Einzelheiten nannte sein Stellvertreter nicht.

"Vor ein paar Minuten waren wir mit dem Präsidenten zusammen", sagte Maduro in seiner TV-Ansprache. Neben ihm saßen Chávez" älteste Tochter Rosa, Schwiegersohn Jorge Arreaza sowie Generalstaatsanwältin Cilia Flores. Chávez sei von selbst auf seine Komplikationen zu sprechen gekommen und habe angeordnet, das Volk über seinen Gesundheitszustand zu informieren. Der Präsident werde noch "für die kommenden Stunden" in Havanna bleiben, ergänzte Maduro. Wie lange sein Aufenthalt in Kuba genau dauern werde, sagte er allerdings nicht.

Maduro war am Samstag unerwartet nach Havanna aufgebrochen, um den 58 Jahre alten Chávez zu besuchen, der in der kubanischen Hauptstadt behandelt wird. Vor seinem Abflug hatte der Vizepräsident erklärt, Energieminister Hector Navarro führe in der Zwischenzeit die Regierungsgeschäfte.

Seit letzter OP nicht in der Öffentlichkeit gezeigt

Experten gehen davon aus, dass es nicht gut um die Gesundheit des umstrittenen Staatschefs steht. "Zweimal in einer landesweit ausgestrahlten Rede zu erwähnen, dass es neue Komplikationen gegeben hat, verstärkt nur den Eindruck, dass die Lage ernst ist", sagte David Smilde vom US-Politikinstitut Washington Office on Latin America. Der Politikanalyst Ricardo Sucre merkte an, dass die Anspannung Maduros in der feierlichen Fernsehübertragung Bände spreche.

Der erst kürzlich wiedergewählte Chávez hatte sich am 11. Dezember in Kuba seiner vierten Krebsoperation seit Juni 2011 unterziehen müssen. Um welche Krebsart es sich handelt, wurde nicht bekannt. Wenige Tage nach dem Eingriff erlitt er bei einer Untersuchung Blutungen, von denen er sich jedoch mittlerweile weitgehend erholt haben soll.

Noch am vergangenen Montag hatte Maduro erklärt, dass Chávez wieder laufen könne und Reha-Übungen mache. Seit seiner letzten Operation hat sich der venezolanische Staatschef aber nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt. Seine jüngsten Komplikationen dürften die Spekulationen befeuern, ob der im Oktober als Präsident wiedergewählte US-Kritiker zu seiner geplanten Amtseinführung am 10. Januar wieder fit sein wird.

Quelle: dapd
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