30.12.12

Nach Entführung

Taliban exekutieren 21 Polizisten in Pakistan

Pakistanische Taliban haben insgesamt 21 entführte Polizisten hingerichtet. Den Männern wurden die Augen verbunden, dann wurden sie erschossen. Einer der Entführten konnte den Taliban zuvor entkommen.

Foto: AFP

Ein bei der Taliban-Attacke verletzter Polizist wird im Krankenhaus in Peshawar behandelt
Ein bei der Taliban-Attacke verletzter Polizist wird im Krankenhaus in Peschawar behandelt

Im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan haben Talibankämpfer 21 Polizisten hingerichtet. Die radikalen Islamisten hatten am Donnerstag zwei Polizeiposten überfallen und die Männer in ihre Gewalt gebracht. Nun wurden die von Kugeln durchsiebten Leichen gefunden, wie ein Sprecher der Lokalverwaltung mitteilte.

Die Männer seien gefesselt, mit verbundenen Augen nebeneinander aufgestellt und nacheinander erschossen worden.

Einer der Entführten habe trotz mehrerer Schussverletzungen überlebt. Ein weiterer Polizist habe den Taliban vor der Hinrichtung entkommen können, heißt es in der schriftlichen Erklärung.

Er habe ebenfalls mehrere Verletzungen erlitten. Die Lokalverwaltung erhofft sich Erkenntnisse über den Angriff auch von Stammesältesten, mit denen sie am Montag zusammenkommen wollte.

Zu dem Überfall am Donnerstag bekannt

Eine Gruppe der Taliban hatte sich nach Medienangaben zu dem Überfall am Donnerstag bekannt. Bei dem Feuergefecht vor Sonnenaufgang waren zwei Polizisten getötet und ein weiterer verletzt worden.

Bei einem Anschlag auf einen Buskonvoi im Südwesten Pakistans am Sonntag starben zudem mindestens 17 schiitische Pilger. Ein Selbstmordattentäter habe mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug einen Bus gerammt, sagte ein örtlicher Behördenvertreter.

Mehr als 20 Menschen wurden den Angaben zufolge bei dem Bombenanschlag in der Provinz Belutschistan verletzt. Demnach wurde ein Bus komplett zerstört, ein zweiter Bus wurde stark beschädigt.

Ein Augenzeuge berichtete, die Busse seinen auf dem Weg zu einer Pilgerreise in den benachbarten Iran gewesen. Im Süden Pakistans kommt es häufig zu Anschlägen von Sunniten auf schiitische Muslime, die radikale Sunniten als Häretiker bezeichnen.

Keine Aussicht auf Waffenstillstand

In der Unruheregion an der Grenze zu Afghanistan hatte zuletzt ein Taliban-Kommandeur der Regierung einen Waffenstillstand vorgeschlagen. Voraussetzung dafür sei aber, dass die strengere Auslegung des islamischen Rechts (Scharia) eingeführt werde.

Auch lehnte er es ab, die Waffen abzugeben. Die pakistanische Führung wies den Vorschlag zurück

Quelle: dpa/dapd/mcz
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