28.12.12

Italien

Berlusconi muss Ex monatlich 3 Millionen zahlen

Rund dreieinhalb Jahre nach ihrer Trennung sind Silvio Berlusconi und seine zweite Frau Veronica Lario geschieden worden. Italiens Ex-Premier kostet dieser Schritt monatlich drei Millionen Euro.

Foto: dapd

Zu besseren Zeiten: Veronica Lario und Silvio Berlusconi im Juni 2004
Zu besseren Zeiten: Veronica Lario und Silvio Berlusconi im Juni 2004

Teure Scheidung für den "Cavaliere": Italiens früherer Ministerpräsident Silvio Berlusconi muss seiner zweiten Ehefrau Veronica Lario monatlich drei Millionen Euro Unterhalt zahlen.

Der 76 Jahre alte Milliardär behalte aber die Villa "Belvedere" in Macherio, in der die 56-Jährige lebte, schrieb der "Corriere della Sera" unter Berufung auf das Urteil eines Mailänder Gerichts. Das Anwesen sei 78 Millionen Euro wert. Lario erhalte auch keine Anteile an Berlusconis Firmen.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte der Medienmogul seine Verlobung mit einer 28-Jährigen aus Neapel bekannt gegeben. Berlusconi und die Ex-Schauspielerin Lario hatten 1990 geheiratet. Sie haben drei Kinder.

Vor rund dreieinhalb Jahren hatte sie sich wegen Berlusconis Schwäche für jüngere Frauen getrennt. Das Fass zum Überlaufen hatte die Beziehung des "Cavaliere" zu einer minderjährigen neapolitanischen Schülerin gebracht. Lario machte damals über eine Tageszeitung ihren Scheidungswillen öffentlich. Es folgte ein Rosenkrieg um millionenschwere Unterhaltsforderungen.

Ursprünglich hatte Italiens Ex-First Lady knapp 3,6 Millionen Euro monatlich verlangt, der dreimalige Premier bot 300.000. "Es zeigt sich erneut, dass Gerechtigkeit sehr teuer ist – zu teuer für Berlusconi", sagte dessen langjähriger Freund Emilio Fede mit Blick auch auf die weiteren Gerichtsprozesse gegen ihn. Aus seiner ersten Ehe mit Carla Elvira Dall'Oglio hat Berlusconi zwei weitere Kinder.

Mitte Dezember hatte der 76-Jährige angekündigt, er habe eine neue Freundin. Die aus Neapel stammende Francesca Pascale ist 28 Jahre alt. "Sie ist ein hübsches Mädchen, das sieht man, aber noch mehr zählen ihre inneren Werte", sagte der Ex-Regierungschef.

Vatikan-Zeitung distanziert sich von Berlusconi

Veronica Lario ist nicht die Einzige, die Berlusconi über die Weihnachtstage endgültig verloren hat – eine Trennung fand auch von einer ganz anderen Seite statt: Erstmals hat die Tageszeitung des Vatikans einen Trennungsstrich gegenüber dem ehemaligen Ministerpräsidenten gezogen – und gleichzeitig Mario Monti Respekt gezollt.

Montis Verwendung des Begriffs "Aufstieg in die Politik" – eine Anspielung auf die von Berlusconi benutzte Formulierung von seinem "Abstieg" in die politischen Gefilde 1994 – sei ein Aufruf zur Wiederentdeckung des "nobleren Sinns der Politik", heißt es im Leitartikel des "Osservatore Romano" vom Freitag.

Die Zeitung erweist zugleich dem italienischen Präsidenten Giorgio Napolitano ihre Reverenz, der in der Person Montis den Mann gefunden habe, "um Italien zu führen und dem Finanzsturm zu entreißen".

Die römisch-katholische Kirche, ein wichtiger Akteur in der italienischen Politik, hatte einst Berlusconi unterstützt. Nach mehreren Sexskandalen ging sie aber zunehmend auf Distanz zu dem steinreichen Medienunternehmer. Dessen rechte Partei Volk der Freiheit hatte Monti die Gefolgschaft verweigert und damit dessen Rücktritt beschleunigt.

Der parteilose Monti gab am Freitag vergangener Woche nach 13 Monaten als Chef einer nicht gewählten Regierung von Fachleuten seinen Rücktritt bekannt und machte damit den Weg für Neuwahlen frei. Beim Kampf gegen die Finanzkrise griff er zu harten Sparmaßnahmen.

Als Senator auf Lebenszeit kann der 69-jährige frühere EU-Wettbewerbskommissar Ende Februar nicht bei der Parlamentswahl antreten. Er könnte allerdings als inoffizieller Kandidat eines Zentrumsbündnisses in den Wahlkampf gehen und dann im Nachhinein zum Regierungschef ernannt werden.

Quelle: dapd/dpa/AFP/mcz
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