27.12.12

Iran

Ahmadinedschad feuert einzige Frau im Kabinett

Seit der Islamischen Revolution vor 34 Jahren ist sie die einzige Frau in der iranischen Regierung: Jetzt hat Präsident Ahmadinedschad seine Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi entlassen.

Foto: picture alliance / dpa

Irans ehemalige Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi im Mai 2010
Irans ehemalige Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi im Mai 2010

Sie war die einzige Frau im Kabinett der Regierung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad, sogar die einzige Frau in einer Regierung seit der Ausrufung der islamischen Republik vor 34 Jahren: Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi. Seit Donnerstag sind die Männer in der iranischen Regierung allerdings wieder unter sich, denn Ahmadinedschad hat die 53-Jährige gefeuert.

In einem Brief, den die Nachrichtenagentur Isna am Donnerstag veröffentlichte, hat Ahmadinedschad die Entlassung und die Ernennung eines Übergangsministers mitgeteilt. Über den Grund gab es zunächst keine Informationen. Der Präsident soll Wahid-Dastdscherdis Arbeit kürzlich sogar noch gelobt haben.

Kritik an Geldpolitik

Allerdings hatte Wahid-Dastdscherdis Ministerium wenige Tage vor ihrer Entlassung in einem Statement scharfe Kritik geübt. Sie hatten sich darüber beschwert, dass die iranische Zentralbank kein Geld für den Import von Medikamenten zur Verfügung gestellt habe – für den Import von Haustierfutter, Pferdesattel und Hundehalsbänder jedoch schon.

Immer wieder kommt es im Iran in den letzten Monaten zu Knappheit bestimmter Medikamente. Als Grund dafür werden unter anderem die Sanktionen genannt, die die USA und die Europäischen Union wegen Teherans umstrittenen Atomprogramm gegen die Islamische Republik verhängt haben – diese betreffen auch die Bankgeschäfte. So können importierte Medikamente nicht per Überweisung gezahlt werden.

Konservative Frau im Parlament

Als Wahid-Dastdscherdi im Jahr 2009 zur Ministerin ernannt wurde, sollten auch zwei weitere Frauen ein solches Amt bekleiden. Die anderen beiden Ministeranwärter wurden aber von konservativen Hardlinern blockiert.

Wahid-Dastdscherdi ist allerdings auch für ihre konservativen Ansichten bekannt. Sie hatte in der Vergangenheit die getrennte medizinische Behandlung von Männern und Frauen unterstützt und sich gegen ein Gesetz zum Beitritt des Iran zur UN-Konvention zur Elimination jeglicher Diskriminierung von Frauen eingesetzt. Gleichzeitig sprach sie sich dennoch dafür aus, dass Frauen in den Angelegenheiten des Landes eine größere Rolle spielen müssten.

Wahid-Dastdscherdi hat an der Universität von Teheran Medizin studiert und später als Professorin an der Universität gearbeitet. 1992 wurde sie erstmals in iranische Parlament gewählt.

Quelle: dpa/sogi
Quelle: dapd
26.12.12 0:45 min.
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