27.12.2012, 10:13

Nach Fukushima Japan will Atommeiler wieder ans Netz lassen


Der Atomreaktor in Tomari ging im Mai 2011 als letzter japanisches Reaktor vom Netz. Zwei Reaktoren sind bereits wieder in Betrieb, jetzt sollen einige weitere wieder ans Netz gehen

Foto: AFP / dpa

Der Atomreaktor in Tomari ging im Mai 2011 als letzter japanisches Reaktor vom Netz. Zwei Reaktoren sind bereits wieder in Betrieb, jetzt sollen einige weitere wieder ans Netz gehen Foto: AFP / dpa

Japans neue Regierung kündigt an, einige Atomreaktoren wieder in Betrieb zu nehmen. Nach der Atomkatastrophe von Fukushima waren sie vom Netz genommen worden.

Fast zwei Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat Japans neue konservative Regierung angekündigt, die als sicher eingestuften Atomkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen.

Vor einem derartigen Schritt müsse sich die unabhängige Regulierungsbehörde allerdings für die Sicherheit der Reaktoren verbürgen, sagte Industrieminister Toshimitsu Motegi am Donnerstag vor Journalisten in Tokio.

Auch der Bau von Reaktoren werde nach eingehender Sicherheitsprüfung wieder aufgenommen. Gleichzeitig kündigte Motegi den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien an.

48 Atommeiler abgeschaltet

Der neue Ministerpräsident Shinzo Abe und sein Kabinett sind seit Mittwoch im Amt. Der Chef der Liberaldemokratischen Partei hatte bereits während des Wahlkampfs die Ansicht vertreten, Japan könne sich aus wirtschaftlichen Gründen den Ausstieg aus der Atomkraft nicht leisten.

Die Mitte-links-Regierung von Abes Vorgänger Yoshihiko Noda hatte hingegen langfristig für einen Verzicht auf die Atomkraft plädiert. Zuvor hatte Noda jedoch zugelassen, dass zwei Reaktoren im westjapanischen Ohi wieder ans Netz gingen.

Die 48 restlichen Atommeiler sind in Erwartung weiterer Sicherheitskontrollen abgeschaltet.

Abes konservative LDP hatte bei der Parlamentswahl am 16. Dezember zusammen mit der verbündeten Komeito-Partei eine Zweidrittelmehrheit im Unterhaus errungen. Nodas Demokratische Partei (DPJ) wurde nach drei Jahren an der Macht massiv abgestraft.

(AFP/smb)
Mi, 26.12.2012, 12.06 Uhr

Fast zwei Jahre nach dem Reaktorunglück in Fukushima sind manche Orte immer noch nicht wieder bewohnbar – wie Litate, eine Stadt, 40 Kilometer entfernt vom havarierten Atomkraftwerk.

Video: dapd
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