25.12.12

Nahost

Israel forciert seinen Siedlungsausbau

Trotz heftiger internationaler Kritik baut Israel weiter. Kurz vor den Neuwahlen werden immer neue Pläne zum Siedlungsausbau bekannt.

Foto: AFP

In Gilo entstehen weitere hunderte Wohnungen
In Gilo entstehen weitere hunderte Wohnungen

Ungeachtet scharfer internationaler Kritik am Siedlungsausbau will Israel weitere 940 Wohnungen in Gilo am Südrand von Jerusalem bauen. Gilo liegt auf dem Gebiet des 1967 besetzten Westjordanlands, Israel betrachtet das Viertel jedoch als integralen Teil seiner Hauptstadt. Ein Planungskomitee habe den vorgesehenen Bau der Wohnungen gebilligt, bestätigte eine Sprecherin des Innenministeriums am Dienstag. Ingesamt sehen die Pläne nach ihren Angaben sogar den Bau von gut 1200 Wohnungen vor. 300 müssen jedoch möglicherweise noch überprüft werden.

Israel hat in den vergangenen Wochen zahlreiche umstrittene Bauprojekte in den Palästinensergebieten veröffentlicht. Es reagierte damit auf die Anerkennung Palästinas als Beobachterstaat durch die Vereinten Nationen. Eine endgültige Billigung des neuen Wohnungsbauprojekts wird erst in einigen Monaten erwartet. Danach können Ausschreibungen veröffentlicht werden.

Die israelische Friedensorganisation Peace Now verurteilte die Entscheidung scharf. "Die Regierung (des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin) Netanjahu missbraucht weiter die Zeit, die sie bis zu den Wahlen (im Januar) hat, um vollendete Tatsachen zu schaffen", sagte Sprecherin Chagit Ofran. "Dies verhindert die Möglichkeit einer Zwei-Staaten-Lösung in Nahost."

Hochschule in Siedlerstadt Ariel zur Universität aufgewertet

Neben dem Bauprojekt in Gilo will Israel Tausende von Siedlerwohnungen im arabischen Ostteil Jerusalems sowie im Westjordanland bauen. Unter anderem sind 1500 Wohnungen in Ramat Schlomo am Nordrand Jerusalems geplant, gut 3000 in dem umstrittenen Gebiet E1 zwischen Jerusalem und Maale Adumim sowie mehr als 2000 in Givat Hamatos im Süden Jerusalems.

Die Aufwertung einer Hochschule in der israelischen Siedlerstadt Ariel im Westjordanland zu einer Universität wurde unterdessen endgültig abgesegnet. Verteidigungsminister Ehud Barak billigte den Schritt, nachdem der Generalstaatsanwalt keine Einwände dagegen hatte. Das höchste Gericht Israels in Jerusalem berät allerdings noch über eine Klage gegen die Aufwertung. Ariel ist die erste israelische Universität im besetzten Westjordanland.

Die rechtsorientierte und siedlerfreundliche Führung in Israel begrüßte am Dienstag die Anerkennung der Hochschule in Ariel als Universität. Erziehungsminister Gideon Saar sagte, es sei "die erste neue Universität in Israel seit 40 Jahren". Die Vorsitzende der linksliberalen Oppositionspartei Meretz, Sahava Galon, verurteilte die Entscheidung hingegen scharf und sprach von der "Universität für Besatzungswissenschaften" in Ariel.

Quelle: dpa/ap
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Die Norwegerin Margaret Berger gilt als Favorit
17.05.13ESC 2013
Eurovision Song Contest - Stimmen Sie für Ihren Favoriten

Am Sonnabend tritt Cascada mit ihrem Dance-Song "Glorious" für Deutschland beim Eurovision Song Contest in Malmö an. Bei den Buchmachern stehen aber Dänemark und Norwegen ganz vorn. mehr...


Tod im Badeparadies: Ein 15-Jähriger starb in „Tropical Island“
18:28Badeunfall
15-Jähriger stirbt beim Baden im Freizeitparadies "Tropical Islands"

Im Freizeitbad "Tropical Islands" ist ein Jugendlicher leblos im Wasser gefunden worden. Der Junge wurde noch in eine Klinik gebracht. Doch alle Versuche, ihn wiederzubeleben, scheiterten. mehr...


Madleen Borngräber leidet an einer seltenen Krankheit
17:35Krebs-Gen wie Angelina Jolie
Warum sich eine Berliner Studentin die Brüste amputieren ließ

Madleen Borngräber (25) trägt das Krebs-Gen in sich. Deshalb ließ sie sich vorsorglich die Brüste entfernen. Genau wie Schauspielerin Angelina Jolie, die vor kurzem damit an die Öffentlichkeit ging. mehr...


Hoch hinaus: Breakdancer am Blücherplatz stimmen auf das Multi-Kulti-Fest ein
17:20Kreuzberg
Karneval der Kulturen 2013 in Berlin – Was Sie wissen müssen

Der Karneval der Kulturen hat mit dem obligatorischen Straßenfest am Blücherplatz begonnen. Höhepunkt ist wieder der große Umzug am Pfingstsonntag. Infos zum Fest und die Übersicht der Straßensperrun… mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Der Futiklub Absolutely Ferguson
Zeit für Neues Beckham beendet seine aktive Fußballkarriere
Parlament Bundestag debattiert über Atommüllendlager
Cannes Emma Watson spielt Kriminelle in Coppolas Film
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Großeinsatz

Feuer in Berliner Autowaschanlage

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote