25.12.12

Westjordanland

Israel forciert Siedlungsbau nahe Jerusalem

Seit der Aufwertung der Palästinenser durch die Vereinten Nationen treibt Israel sein Siedlungsprogramm im Westjordanland stärker voran. Jetzt wurde der Bau weiterer 940 Wohnungen bekannt gegeben.

Foto: AFP
Baustelle in Gilo, am Stadtrand Jerusalems: Hier sollen weitere 940 Wohnungen entstehen
Baustelle in Gilo, am Stadtrand Jerusalems: Hier sollen weitere 940 Wohnungen entstehen

Ungeachtet scharfer internationaler Kritik am Siedlungsausbau will Israel weitere 940 Wohnungen in Gilo am Südrand von Jerusalem bauen. Gilo liegt auf dem Gebiet des 1967 besetzten Westjordanlands, Israel betrachtet das Viertel jedoch als integralen Teil seiner Hauptstadt.

Der israelische Rundfunk meldete am Dienstag, ein Planungskomitee habe den Bau der Wohnungen gebilligt. Eine endgültige Billigung des Projekts werde in einigen Monaten erwartet. Erst danach könnten Ausschreibungen veröffentlicht werden.

Die Aufwertung einer Hochschule in der Siedlerstadt Ariel im Westjordanland zu einer Universität wurde unterdessen endgültig abgesegnet. Verteidigungsminister Ehud Barak billigte den Schritt, nachdem der Generalstaatsanwalt keine Einwände dagegen hatte.

Das höchste Gericht Israels in Jerusalem berät allerdings noch über eine Klage gegen die Aufwertung. Ariel ist die erste israelische Universität im besetzten Westjordanland.

Israel hat in den vergangenen Wochen zahlreiche umstrittene Bauprojekte im arabischen Ostteil Jerusalems sowie im Westjordanland veröffentlicht. Es reagierte damit auf die Anerkennung Palästinas als Beobachterstaat durch die Vereinten Nationen.

Friedensappell des Papstes

Papst Benedikt XVI. richtete am Heiligabend bei der Christmette im römischen Petersdom einen eindringlichen Friedensappell an die Konfliktparteien im Nahen Osten. An die Stelle von Aufrüstung müsse Hilfe für die Leidenden treten, sagte er.

"Beten wir darum, dass dort Friede sei, dass Israelis und Palästinenser im Frieden des einen Gottes und in Freiheit ihr Leben entfalten können."

Benedikt machte Gottesvergessenheit für Gewalt und Krieg verantwortlich. Wenn der Glaube verloren gehe, verliere der Mensch den Respekt vor der Menschenwürde. "Welche Arten von anmaßender Gewalt dann erscheinen, wie dann der Mensch den Menschen missachtet und zertritt, haben wir in seiner ganzen Grausamkeit im vergangenen Jahrhundert gesehen", sagte der 85 Jahre alte aus Deutschland stammende Pontifex.

Quelle: dpa/epd/omi
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