24.12.12

Mali

Islamisten zerstören Heiligtümer in Timbuktu

In der malischen Wüstenstadt Timbuktu haben Islamisten mehrere Mausoleen verwüstet. Wegen des bevorstehenden internationalen Militäreinsatzes in Mali entführten Terroristen in Nigeria einen Franzosen.

Foto: AFP

Dieses Bild aus einem Video zeigt, wie Islamisten im Juli 2012 in Timbuktu ein Heiligtum zerstören
Dieses Bild aus einem Video zeigt, wie Islamisten im Juli 2012 in Timbuktu ein Heiligtum zerstören

Islamisten haben im Norden von Mali weitere Heiligtümer zerstört. Die Verwüstung folgte, kurz nachdem der UN-Sicherheitsrat grünes Licht für einen internationalen Militäreinsatz in dem afrikanischen Land gegeben hatte.

"Die zerstörten Mausoleen gehören zum Unesco-Weltkulturerbe und befinden sich in der Medina (Altstadt) von Timbuktu", sagte Bagna Wangara, ein Bewohner der Wüstenstadt. "Sie haben alles verwüstet, was sie finden konnten." Bei den Tätern habe es sich nicht um Bürger Timbuktus, sondern um Fremde gehandelt.

Ein Sprecher der islamistischen Terroristengruppe Ansar Dine bestätigte die Zerstörungsaktion. "Die Mausoleen dienen der Heiligenverehrung, und es ist nicht gut, wenn Menschen Gebäude oder Gräber wie einen Gott verehren", sagte Sanda Ould Boumama am Telefon. Die Kulturstätten beherbergen die sterblichen Überreste islamischer Gelehrter.

Verwüstung als Reaktion auf Intervention?

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zeigte sich "tief schockiert von der brutalen Zerstörung von Mausoleen und heiligen Schreinen in Timbuktu", wie ihr Sprecher sagte.

Bereits im Sommer hatten Extremisten in Timbuktu mehrere berühmte und von der Unesco geschützte Heiligengräber zertrümmert. Die Islamisten hatten den Norden Malis nach einem Militärputsch im März erobert und kontrollieren mittlerweile zwei Drittel des Landes.

Erst am Samstag hatte Ansar Dine angekündigt, gemeinsam mit den Tuareg-Rebellen Friedensverhandlungen mit der Regierung in Bamako aufnehmen zu wollen. Die jüngsten Verwüstungen könnten eine Reaktion auf die Entscheidung des UN-Sicherheitsrates sein, eine militärische Intervention zur Befreiung des Nordens zu autorisieren.

Islamistengruppe entführt Franzosen

Die islamistische Terrorgruppe Ansaru bekannte sich am Sonntag zu der Entführung eines französischen Ingenieurs im Norden Nigerias bekannt. Als Begründung führte Ansaru in einer per E-Mail verbreiteten Erklärung die "wichtige Rolle Frankreichs" bei den internationalen Beschlüssen gegen den "Islamischen Staat im Norden Malis" an.

Der 63 Jahre alte Ingenieur, der für das Unternehmen Vergnet arbeitet, war am Mittwoch von einer schwer bewaffneten Gruppe im nigerianischen Bundesstaat Katsina gekidnappt worden.

Nach Angaben der nigerianischen Polizei wurde der Ingenieur von einer Gruppe von rund 30 bewaffneten Männern verschleppt, die den Sitz des Unternehmens angriffen.

Das Schreckensregime der Islamisten

Malis Regierung war im März durch einen Militärputsch gestürzt worden. Tuareg-Rebellen brachten daraufhin gemeinsam mit Islamisten den Norden des Landes unter ihre Kontrolle.

Anschließend vertrieben die Islamisten die Tuareg-Rebellen jedoch aus den wichtigsten Städten und riefen die Scharia aus. Das islamische Recht fand bereits in drakonischen Strafen wie Peitschenhieben für unverheiratete Paare und dem Handabhacken bei Dieben Anwendung.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Donnerstag grundsätzlich einen internationalen Militäreinsatz in Mali gebilligt. Das Mandat ist auf ein Jahr begrenzt. Der Sicherheitsrat ermächtigte die Westafrikanische Staatengemeinschaft, "alle notwendigen Mittel" zu ergreifen, um der Regierung Malis bei der Rückeroberung des Nordens aus den Händen "terroristischer, extremistischer und bewaffneter Gruppen" zu helfen.

Quelle: AFP/dpa/jw
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