24.12.12

Afghanistan

Polizistin erschießt US-Berater in Kabul

"Angriff von innen": Eine afghanische Polizistin hat einen US-Berater erschossen. Es war bei weitem nicht die erste Insider-Attacke in diesem Jahr, allerdings war erstmals eine Frau der Täter.

Quelle: Reuters
24.12.12 0:24 min.
Eine afghanische Polizistin hat ein Mitglied der US-Streitkräfte auf dem Gelände des Polizeichefs in der Hauptstadt Kabul erschossen.

Eine afghanische Polizistin hat ein Mitglied der US-Streitkräfte auf dem Gelände des Polizeichefs in der Hauptstadt Kabul erschossen. Dies teilten die Nato-Truppen in Afghanistan (Isaf) sowie die Polizei am Montag mit. Die Frau sei festgenommen worden, der Vorfall werde untersucht, sagte Isaf-Sprecher Hagen Messer.

Der Getötete sei ein US-amerikanischer Berater der Polizei gewesen. Es handele sich um den ersten Angriff einer Frau, die für die afghanischen Sicherheitskräfte gearbeitet und ein Mitglied der Nato-geführten Truppen am Hindukusch in einem Insider-Angriff getötet habe.

Die Isaf hat seit langer Zeit Probleme mit "Angriffen von innen". Allein in diesem Jahr sind 52 ausländische Soldaten durch Afghanen umgebracht worden, die Polizei- und Armeeuniformen trugen. Das Vertrauen der Nato-Truppen zu ihren afghanischen Verbündeten hat unter diesen Zwischenfällen erheblich gelitten.

Die Nato will ihren Kampfeinsatz in Afghanistan bis Ende 2014 beenden und bis dahin die Sicherheitsverantwortung komplett an die Afghanen übergeben.

Taliban für Teilung der Macht

Ranghohe Vertreter der radikal-islamischen Taliban sprachen unterdessen auf einer Konferenz in Paris für eine Teilung der Macht in Afghanistan aus. Sie erklärten sich einer am Wochenende verbreiteten Mitteilung zufolge bereit, in einer Regierung mitzuwirken, die alle Afghanen vertrete. Sie versprachen Toleranz und Frieden, pochten aber auf eine neue Verfassung nach islamischen Prinzipien.

Die Taliban-Repräsentanten, die mit Zustimmung des Taliban-Führers Mullah Omar aufgetreten sein sollen, waren in Paris mit Vertretern der Regierung in Kabul, afghanischen Parlamentariern und Oppositionellen zusammengekommen.

Mullah Omar, der derzeit in Pakistan vermutet wird, achte seine politischen Gegner. "Er verlangt ein gegenseitiges Verständnis und fordert sie auf, sich ihm bei der Verteidigung des Landes anzuschließen", heißt es in der Mitteilung.

Derzeitige Verfassung "nicht akzeptabel"

Die Taliban-Vertreter forderten eine Verfassung, die auf "islamischen Prinzipien, nationalen Interessen, sozialer Gerechtigkeit und historischen Errungenschaften" beruhe und gleiche Rechte für alle ethnischen Gruppen garantiere. Die derzeitige Verfassung sei unter dem Druck der alliierten Truppen im Land geschrieben worden und daher nicht akzeptabel.

Die Taliban erklärten außerdem, sie achteten "die Rechte der Frauen, die der Islam ihnen zugesteht". Eine Frau verfüge im Islam über das Recht zu heiraten, habe ein Besitzrecht, Erbrecht sowie ein Recht auf Bildung und Arbeit.

Seit die Taliban im Jahr 2001 von US-geführten Truppen aus Kabul vertrieben wurden, bekämpfen sie die vom Westen unterstützte afghanische Regierung. "Ausländer und die Regierung in Kabul sind nicht am Frieden interessiert", heißt es in dem Papier.

Quelle: Reuters/dpa/AFP/omi
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