23.12.12

Syrien

Dutzende Zivilisten offenbar vor Bäckerei getötet

Bei einem Luftangriff sollen Dutzende Menschen, die vor einer Bäckerei angestanden haben, getötet worden sein. Anwohner wühlten mit bloßen Händen im Schutt nach Überlebenden.

Foto: REUTERS
Halfaya
Bei einem Luftangriff auf eine wartende Menge vor dieser Bäckerei in Syrien sind nach oppositionsnahen Angaben Dutzende Zivilisten getötet worden

Bei einem der tödlichsten Luftangriffe seit Beginn des Aufstands in Syrien sind nach Angaben von Menschrechtsaktivisten am Sonntag Dutzende Zivilisten getötet worden. Anwohnern zufolge kamen bei der Bombardierung einer Bäckerei in der Stadt Halfaja in der zentralsyrischen Provinz Hama etwa 90 Menschen ums Leben, die in einer Schlange standen, um Brot zu kaufen.

Unter den Opfern befanden sich demnach viele Frauen und Kinder. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bezifferte die Zahl der Toten auf 60, nachdem in ersten Berichten von bis zu 200 Toten die Rede war. Die Stadt war vor kurzem von Rebellen eingenommen worden.

Von Aktivisten ins Internet gestellte Videos zeigten Dutzende von blutüberströmten Leichen, die zwischen Trümmern lagen. Anwohner wühlten mit bloßen Händen im Schutt nach Überlebenden, während Tote und Schwerverletzte inmitten des Chaos auf offenen Pritschenwagen abtransportiert wurden – professionelle Rettungskräfte waren offenbar zunächst nicht vor Ort.

Tausende sollen Schlage gestanden haben

Insgesamt sollen mehr als Tausend Menschen vor der Bäckerei angestanden haben. Angesichts der Lieferengpässen bei Treibstoff und Mehl können die Bäcker in ganz Syrien nur noch sehr unregelmäßig produzieren. Die Einwohner müssen manchmal stundenlang warten, um an Brot zu gelangen. Seit Beginn des Bürgerkriegs sind in Syrien mehr als 40.000 Menschen ums Leben gekommen.

Französische und US-amerikanische Eliteeinheiten bereiten sich indes nach "Focus"-Informationen an der jordanisch-syrischen Grenze auf Kommandoeinsätze in Syrien vor.

Die Soldaten sollen bei einem Zusammenbruch der Assad-Regierung Chemiewaffenlager vor Plünderungen durch islamistische Aufständische schützen. Das habe ein Nato-Offizier dem Münchener Magazin gesagt.

Fallschirmjäger der französischen Fremdenlegion hätten in den vergangenen Monaten mehrmals Spähtrupps von Jordanien aus nach Syrien geschickt. Zur Tarnung habe man ein Feldlazarett für Flüchtlinge im jordanischen Al Mafraq bewacht, sagte ein Leutnant des 2. Fallschirmjägerregiments dem "Focus".

Verdeckter Einsatz möglich

Die Fremdenlegion könne eine ganze Kompanie mit Arabern in den verdeckten Einsatz schicken. "Unsere Jungs würden nirgendwo auffallen", sagte der Offizier.

Im Wüstenkampf ausgebildete Soldaten der US-Spezialeinheiten Delta Force und Rangers warteten ebenfalls auf den Einsatz in Syrien. Die israelische Sondereinheit Sayeret Matkal sei zudem offenbar längst nach Syrien eingesickert, schreibt "Focus" unter Berufung auf Militärquellen in Jerusalem.

Israel und die Westmächte hatten in den vergangenen Wochen mehrfach die Befürchtung geäußert, die syrischen Chemiewaffen könnten im Bürgerkrieg eingesetzt werden oder in die Hände islamischer Terroristen gelangen. Sie würden dann zur Bedrohung Israels.

Quelle: dpa/Reuters/sara
Quelle: Reuters
20.12.12 1:15 min.
Das Deutsche Rote Kreuz will von Berlin aus einen Hilfsflug nach Syrien starten. Dort werden derzeit vor allem Medikamente gegen Winterkrankheiten und Grundhygieneartikel benötigt.
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