22.12.12

Giorgio Napolitano

Italiens Präsident löst das Parlament auf

Nach dem Rücktritt des italienischen Ministerpräsidenten Monti hat Präsident Napolitano das Parlament aufgelöst. Im Februar soll neu gewählt werden. Ob Monti noch einmal kandidiert, ist unklar.

Foto: dpa

Giorgio Napolitano kurz vor der Pressekonferenz: Italiens Präsident hat das Parlament nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Mario Monti aufgelöst
Giorgio Napolitano kurz vor der Pressekonferenz: Italiens Präsident hat das Parlament nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Mario Monti aufgelöst

Neuwahl in Sicht: Der italienische Präsident Giorgio Napolitano hat das Parlament in Rom am Samstag aufgelöst. Napolitanos Entscheidung folgte auf die Rücktrittserklärung von Ministerpräsident Mario Monti vom Freitag.

Napolitano hatte im Laufe des Tages mit führenden Parteivertretern über die Schritte zu Neuwahlen beraten. Diese sollen voraussichtlich am 24. und 25. Februar abgehalten werden.

Napolitano löste beide Parlamentskammern auf. Er bedauerte, dass nunmehr "ein bisschen früher als vorgesehen" Neuwahlen erforderlich würden.

Vor dem Rücktritt hatte das Parlament den Staatshaushalt für das kommende Jahr gebilligt. Für den Haushalt 2013 stimmten 309 Abgeordnete, 55 votierten dagegen und fünf enthielten sich.

Monti scheut möglicherweise vor Kandidatur zurück

Monti wird möglicherweise erst später über eine Kandidatur bei der vorgezogenen Parlamentswahl im nächsten Jahr entscheiden. Es sei ungewiss, dass Monti schon bei seiner Pressekonferenz zum Jahresabschluss am Sonntag seine Pläne konkret darlegen werde, hieß es am Samstag in seinem Umfeld.

Angesichts der schlechten Umfragewerte scheue er derzeit wohl vor einer Kandidatur zurück. "Der Ausgang der Wahl könnte insgesamt nicht so günstig sein, und die Frage ist, was das für seine Glaubwürdigkeit und seine Reformagenda bedeutet", sagte ein Vertrauter Montis, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Umfragen deuten darauf hin, dass der frühere EU-Kommissar mit einer bürgerlichen Partei bei der für Ende Februar erwarteten Wahl nur abgeschlagen auf Platz drei oder sogar auf Platz vier landen würde.

Monti im Ausland als Sparer beliebt

Italienische Medien hatten in den vergangenen Tagen dennoch berichtet, dass Monti bei der Wahl doch antreten wolle. Der frühere EU-Kommissar gilt im Ausland als Garant dafür, dass das hoch verschuldete Land an seinem Sparkurs im Kampf gegen die Schuldenkrise festhält.

Monti war am Freitag wie angekündigt nach Verabschiedung des Haushalts zurückgetreten, nachdem die konservative Partei von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi ihm die Unterstützung entzogen hatte. Vor rund einem Jahr hatte er als Chef einer Regierung parteiloser Experten die Nachfolge Berlusconis übernommen.

Der umstrittene Medienmogul war zurückgetreten, nachdem Italien an den Finanzmärkten immer stärker unter Druck geraten war. Seit einigen Tagen macht Berlusconi heftig Front gegen Monti und hat angekündigt, bei der Wahl wieder anzutreten.

Quelle: AFP/Reuters/sara
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Morgenpost-Autorin Franziska Birnbach machte sich mithilfe von Google Maps auf den Weg ins Berliner Verkehrschaos
21:30Neue Fahrradnavigation
Mit Google Maps wird Radtour in Berlin zum Stresstest

Google Maps bietet ab sofort auch in Deutschland Routen für Radfahrer. Die Morgenpost hat die Anwendung auf Berlins Straßen getestet und stieß dabei auf Straßen, die gar nicht existieren. mehr...


Schon 2012 lockte der „Summer Rave“ viele junge Berliner in die Hangars des stillgelegten Flughafens Tempelhof
18:48Terminvorschau
Das bringt der Tag in Berlin am Sonnabend

Berlin hat jeden Tag Neues zu bieten. Politische Termine, Demonstrationen, Prozesse, Theater, Konzerte. Hier finden Sie eine Auswahl der Berliner Morgenpost für Sonna, den 25. Mai. mehr...


Am Maxim Gorki Theater feiert am Samstag das Stück „Leben des Galilei“ Premiere. Pressesprecherin Claudia Nola rechnet damit, dass diese nicht ausverkauft sein wird
21:54Bühne
Champions League-Finale bringt Berlins Theater in Bredouille

Berlins Theater sehen sich am Samstagabend einem kaum besiegbaren Konkurrenten ausgesetzt. Denn nicht nur potenzielle Zuschauer wollen das Champions League Finale sehen, sondern auch viele Darsteller. mehr...


„The Rock“: Wowereit zeigte nicht die geringsten Anzeichen dafür, dass ihn die Fragen vielleicht ermüdeten
19:55Hauptstadtflughafen
Wowereit lässt sich im BER-Ausschuss nicht fassen

Berlins Regierender Bürgermeister musste sich dem BER-Untersuchungsausschusses stellen. Dabei zeigte er sich gelassen - und hatte auf alles ein Antwort. Eine persönliche Verantwortung wies er zurück. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Krawalle Wieder Ausschreitungen in Stockholm
Washington Brücke in USA eingestürzt
Grundsatzrede Obama will strengere Regeln für Drohnenangriffe
Queen of Soul Aretha Franklin braucht eine kleine Auszeit
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Finale in London

Das tippen die Berliner Fans von Bayern und BVB

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote