21.12.12

Dubai

Kanadische Christbäume für die Wüste

Ausländische Arbeitskräfte und Urlauber am Arabischen Golf mögen auf ihre Weihnachtstraditionen nicht verzichten. Und so boomt in Dubai trotz Wüstenhitze das Geschäft mit der Nordmanntanne.

Foto: Getty Images
Der Weihnachtsmann samt Baum schwitzt unter der Sonne von Dubai
Der Weihnachtsmann samt Baum schwitzt unter der Sonne von Dubai

"Sie kommen frisch aus dem Kühlschrank", versichert Vicky, der Ladenbesitzer. Neben ihm stehen ein Dutzend frische Nordmanntannen – bei unwinterlichen 28 Grad in der Wüste. Dubai rüstet sich für das Weihnachtsfest. In der Hudaiba Road in Satwa fühlt man sich ein klein wenig wie auf dem Christkindlmarkt – auch wenn Glühwein und "Leise rieselt der Schnee"-Gedudel fehlen.

Auf der Straße reiht sich Baum an Baum: Edeltannen, in allen Größen, die direkt aus dem winterlichen Kanada eingeflogen worden sind. Es sind vielleicht die am weitesten gereisten Tannenbäume der Welt – liegen doch zwischen Toronto und Dubai rund 11.000 Kilometer Entfernung.

In normalen Zeiten werden hier Zierfische, Angorakatzen, Gardinen mit "Swarovski-Elementen", Bougainvillea-Pflanzen und Palmen für den heimischen Garten feilgeboten. Doch nun laden gerade vier Lastwagen weitere Christbäume ab.

Ein Fünf-Meter-Baum kostet 1000 Euro

Vicky kann sich über einen Mangel an Nachfrage für die immergrünen Nadelgewächse nicht beklagen. "Die gehen weg wie nichts", versichert er. Die Kunden lassen sich das Vergnügen durchaus etwas kosten: Eine 60 Zentimeter hohe Minitanne ist für 30 Euro zu haben, einen stattlichen Fünf-Meter-Baum gibt es für rund 1000 Euro.

Eigentlich haben die Vereinigten Arabischen Emirate mit Weihnachten nichts am Hut. Die hohen Feiertage des Jahres sind das Ende von Ramadan und das islamische Opferfest, an dem traditionell Schafe und Ziegen geschlachtet werden.

Doch bei der großen Anzahl an ausländischen Arbeitskräften im Arabischen Golf ist Dubai mit allerlei unislamischen Traditionen konfrontiert.

Draußen halten es nur Plastiktannen aus

So feiern die Urlauber aus dem Westen und die etwa eine Million Christen, die meist aus Indien und den Philippinen in die Emirate eingewandert sind, eben Weihnachten.

Besonders nostalgische Migranten wollen auf die echte Tanne nicht verzichten. Für diejenigen, die sich das nicht leisten können, gibt es auch aufklappbare Plastikbäume made in China.

Wegen der Klimaanforderungen der frischen Tannen finden sich in Shoppingmalls und Hotels nur Plastikbäume – das heißt aber nicht, dass es deshalb bescheiden zugehen muss. In der Dubai Mall, dem größten Einkaufszentrum der Welt, leuchtet ein vier Stockwerke hoher, weißer Plastikbaum, der ständig die Farbe wechselt.

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