19.12.12

Newtown

Schulmassaker – Waffenlobby will Amokläufe verhindern

Vier Tage nach dem Amoklauf von Newtown mit 27 Toten hat sich die US-Waffenlobby NRA schockiert über die "sinnlosen" Morde gezeigt.

Foto: AFP

Ein Elfjähriger hantiert auf einer Waffenmesse der NRA in St. Louis mit einem halbautomatischen Gewehr der Marke Sig Sauer
Ein Elfjähriger hantiert auf einer Waffenmesse der NRA in St. Louis mit einem halbautomatischen Gewehr der Marke Sig Sauer

Vier Tage hat die mächtige Waffenlobby in den USA geschwiegen. Jetzt brach sie erstmals nach dem Schulmassaker von Newtown mit 27 Toten ihr Schweigen. Die einflussreiche National Rifle Association (NRA) äußerte sich am Dienstag (Ortszeit) schockiert und tieftraurig über die "entsetzlichen und sinnlosen Morde" und erklärte sich bereit zu "bedeutenden Beiträgen, um dafür zu sorgen, dass so etwas nie wieder passiert". Der Verband tritt vehement für das Recht auf Waffenbesitz für jedermann ein und verhinderte in der Vergangenheit regelmäßig Versuche, das US-Waffenrecht zu verschärfen.

Die NRA habe den Familien Zeit zum Trauern geben wollen, bevor sie eine öffentliche Stellungnahme abgebe, erklärte die Organisation und kündigte für Freitag eine Pressekonferenz an. Nach Amokläufen gab die NRA in der Vergangenheit meist rascher eine Erklärung ab.

Präsident Barack Obama kündigte unterdessen an, er werde sich mit Nachdruck für eine Verschärfung des Waffenrechts einsetzen. Obama werde einen Gesetzentwurf zum Verbot bestimmter halbautomatischer Waffen wie Sturmgewehren "aktiv unterstützen", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney. Zudem trete er für ein Gesetz ein, das den Verkauf von Waffen durch Privathändler ohne eine Überprüfung der Käufer generell untersagt. Damit solle eine Gesetzeslücke geschlossen werden, die bislang den ungeregelten Verkauf auf Waffenmessen ermöglicht.

Obama bislang nicht aktiv für Reform des Waffenrechts

Obama gilt schon länger als Befürworter eines strengeren Waffenrechts, hat sich bislang aber nicht aktiv für eine Gesetzesreform eingesetzt. Nach dem Massaker am vergangenen Freitag in Newtown, bei dem ein Schütze 27 Menschen tötete, kündigte er an, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um Gewalttaten mit Schusswaffen künftig zu verhindern.

Einige Anhänger des Rechts auf Waffenbesitz im Kongress zeigen sich unterdessen kompromissbereit. Die Republikaner im Repräsentantenhaus diskutierten das Thema hinter verschlossenen Türen. Einige waren bereit, eine Verschärfung des Waffenrechts zu akzeptieren – unter der Bedingung, dass auch Persönlichkeitsstörungen und der Einfluss von Videospielen berücksichtigt würden.

Hohe Nachfrage nach Bushmaster-Sturmgewehren

Die Aktien der börsennotierten US-Waffenhersteller gaben unterdessen weiter nach. Der größte Waffenhersteller Freedom Group International teilte mit, sein Eigentümer habe sich zum Verkauf des Unternehmens entschlossen. Mehrheitseigner ist die Kapitalgesellschaft Cerberus Capital Management. Freedom Group produziert unter anderem die Bushmaster-Gewehre, wie sie auch der Amokschütze von Newtown verwendete. Das von ihm benutzte Modell entwickelte sich in den amerikanischen Waffengeschäften zum "Verkaufsschlager". Der Direktor des Verbands der Waffenhändler, Andrew Molchan, vermutete als Grund dafür die Befürchtung der Kunden, die Gewehre könnten bald verboten werden.

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