19.12.2012, 04:57

Venezuela Hugo Chávez droht Verzicht auf erneute Amtszeit


Über die genauen Krankheitsumstände Hugo Chavez’ ist nicht viel bekannt

Foto: HECTOR RETAMAL / AFP

Nach seiner Krebs-OP erholt sich Venezuelas Staatschef Hugo Chávez in Kuba. Aber sein Zustand scheint schlechter als bisher geglaubt. Regierungsmitglieder glauben nicht an seine Rückkehr ins Amt.

Um die Gesundheit des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez ist es offenbar weitaus schlechter bestellt als angenommen. Informationsminister Ernesto Villegas bezeichnet den Zustand von Chavez nach dessen Krebsoperation in Kuba zwar als stabil. Allerdings sei der Präsident zusätzlich an einer Infektion der Atemwege erkrankt.

Ein Mitglied einer südamerikanischen Regierung, das über den Gesundheitszustand von Chavez gut informiert ist, sagte zu Reuters: "Die Prognose sieht nicht gut aus." Es sei eher unwahrscheinlich, dass Chavez am 10. Januar den Eid für seine nächste Amtszeit ablegen werde. Die Vorbereitungen für einen Rückzug von Chavez seien bereits im vollen Gange.

Ein Vertrauter des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva erklärte, die Situation sei äußerst ernst. "Lula macht sich große Sorgen über die Gesundheit von Chavez", sagte der Vertraute. Lula wolle möglichst rasch nach Havanna reisen, um Chavez persönlich zu sehen.

Nachfolger steht bereits fest

Chavez hatte sich in der vergangenen Woche auf Kuba erneut wegen seiner Krebserkrankung operieren lassen. Vor seiner Abreise nach Havanna hatte Chavez mit Vizepräsident Nicolas Maduro erstmals einen Wunsch-Nachfolger benannt und damit Spekulationen über einen Rückzug aus der Politik angeheizt. Über die genaue Art des Krebsleidens gibt es kaum offizielle Informationen. So hatte das Präsidialamt in Caracas nach der ersten Erkrankung im vergangenen Jahr erklärt, dass der Beckenbereich betroffen sei.

Chavez war nach einem leidenschaftlich geführten Wahlkampf im Oktober erneut im Amt bestätigt worden, womit er seinen Status als einer der weltweit bekanntesten Linkspolitiker und zugleich schärfsten Kritiker der USA festigen konnte. Sollte Chavez das Amt wegen seiner Krebserkrankung niederlegen oder sogar sterben, müssten innerhalb von 30 Tagen Neuwahlen stattfinden.

(Reuters/mac)
Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter