18.12.12

Nach Amoklauf

US-Präsident Obama unterstützt Verbot von Sturmgewehren

Barack Obama hat nach dem Amoklauf von Newtown seine Unterstützung für ein geplantes Gesetz zum Verbot von Sturmgewehren erklärt.

Quelle: Reuters
18.12.2012 2:12 min.
Die Tragödie von Newtown scheint einige US-Bürger und Politiker zum Umdenken zu bewegen. Eine Umfrage von Reuters und Ipsos ergab, dass 50 Prozent der Befragten Waffenbesitz strenger regeln wollen.

Nach dem Amoklauf an einer US-Grundschule nimmt die Debatte über eine Verschärfung des US-Waffenrechts an Fahrt auf. Der bisher als Befürworter von Waffenfreiheit geltende demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, kündigte am Montag (Ortszeit) für diese Woche den Beginn einer Debatte zur Änderung von "Gesetzen und Kultur" an. Knapp 158.000 US-Bürger unterschrieben eine Petition für ein schärferes Waffenrecht.

Die demokratische Senatorin Dianne Feinstein will zudem am 3. Januar 2013, dem ersten Tag der neuen Legislaturperiode, ein neues Waffengesetz in den Kongress einbringen. Die Initiative werde ein Verbot von Sturmgewehren und von Magazinen mit mehr als zehn Patronen vorsehen.

US-Präsident Barack Obama hat seine Unterstützung für das Gesetz erklärt. Er stehe hinter der von Senatorin Feinstein angekündigten Initiative, teilte das Weiße Haus am Dienstag mit. Damit äußerte sich der Präsident erstmals seit dem Amoklauf an der Grundschule von Newtown konkret zu einem Gesetz zur Verschärfung des Waffenrechts.

Auch der demokratische Senator Joe Manchin, der in der Vergangenheit in einem politischen Werbespot einmal mit einer Waffe auf eine Vorlage für ein Gesetz gegen die Erderwärmung schoss, schlug eine Erneuerung des Verbots von Sturmgewehren vor. "Nie zuvor haben wir erlebt, dass unsere Kinder abgeschlachtet werden", sagte Manchin dem Sender MSNBC.

Tarantino-Premiere abgesagt

Der republikanische Senator Marco Rubio ließ über seinen Sprecher erklären, zwar bleibe er ein Befürworter des Rechts auf das Tragen von Waffen, dennoch müssten die Gesetze "ernsthaft überprüft" werden, um "Massenschießereien" in Zukunft zu verhindern. Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg forderte ein sofortiges Handeln, um die Zahl von geschätzten 30.000 Toten durch Schusswaffen in den USA pro Jahr zu verringern.

Das Weiße Haus erklärte, strengere Waffengesetze seien nur ein Teil der Lösung. Zugleich müsse auch die Behandlung von psychischen Krankheiten verbessert werden. Die Bluttat an der Grundschule Sandy Hook im Ort Newtown im Bundesstaat Connecticut vom Freitag sei "außergewöhnlich in ihrer Abscheulichkeit", sagte Regierungssprecher Jay Carney. Die Antwort auf solche Taten sei "komplex" und bedürfe mehr als eines Waffengesetzes.

Innerhalb von drei Tagen unterschrieben bereits knapp 158.000 Menschen eine Petition auf der Internetseite des Weißen Hauses für ein strengeres Waffenrecht. Damit wurde ein Rekord bei einem an die US-Regierung gerichteten Online-Begehren erreicht.

Die National Rifle Association (NRA), die einflussreiche Waffenlobby, hielt sich in sozialen Netzwerken in den Tagen seit dem Amoklauf in Newtown deutlich zurück. Die Facebook-Seite der NRA war am Montag nicht verfügbar, und über den Haupt-Account der NRA beim Kurznachrichtendienst Twitter wurden seither keine Nachrichten verbreitet. An der Wall Street fielen am Montag die Kurse für Wertpapiere von Waffenherstellern.

Der 20 Jahre alte Amokläufer Adam Lanza hatte am Freitag 20 Schüler der Grundschule sowie sechs Erwachsene getötet. Zuvor erschoss er zu Hause seine Mutter. Nach dem Blutbad nahm er sich das Leben.

Am Montag wurde auch die geplante Hollywood-Premiere "Django Unchained" des für seine gewalttätigen Filme bekannten Regisseurs Quentin Tarantino abgesagt.

Quelle: AFP/sei
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