18.12.2012, 18:37

Fidel und Raúl Die Castro-Dinosaurier kandidieren wieder


Fidel (l.) und Raúl Castro bei einem Parteikongress in Havanna

Foto: Alejandro Ernesto / dpa

Fidel (l.) und Raúl Castro bei einem Parteikongress in Havanna Foto: Alejandro Ernesto / dpa

Von Hildegard Stausberg

Der 86-jährige Fidel Castro und sein 81-jähriger Bruder Raúl kandidieren wieder für den kubanischen Volkskongress. Der soll bis 2018 amtieren – verfügt aber ohnehin über keine reale Macht.

Die Wahlen zum nächsten kubanischen Volkskongress finden nächstes Jahr am 3. Februar statt. Allerlei politische Dinosaurier aus den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts haben sich nun dafür nominieren lassen – die prominentesten darunter sind die Gebrüder Castro. Dabei ist der seit Mitte 2006 regierende Raúl "erst" 81 Jahre alt, sein älterer Bruder und Revolutionsgründer Fidel "schon" 86.

Der Volkskongress wird alle fünf Jahre gewählt, der neue amtiert also bis 2018 – da wäre Fidel Castro dann stolze 92, Raúl 86 Jahre alt.

Die Wirklichkeit sieht so aus, dass dieser "Volkskongress" über keinerlei reale Macht verfügt: Die 612 Abgeordneten setzen sich zusammen aus dem Funktionärskreis der Kommunistischen Partei Kubas (PCC), oppositionelle Parteien sind vom politischen Leben der Insel seit über einem halben Jahrhundert ausgeschlossen.

Und natürlich steht auch schon fest, was der neue Volkskongress Ende Februar als erste Amtshandlung nach seiner Konstituierung vollziehen wird: Er wird Raúl Castro für weitere fünf Jahre im Amt des Vorsitzenden des Staats- und Ministerrates bestätigen.

Viel weniger vorhersehbar sind hingegen die Auswirkungen des bevorstehenden Ablebens von Hugo Chávez auf die Zuckerinsel. Seit einem Jahrzehnt lebt sie von seinen Hilfsgeldern und kostenlosen Öllieferungen. Es wird also Bewegung geben – trotz des Überlebenswillens der Dinosaurier.

Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter