18.12.12

Frankreichs UMP

Konservative lassen Sarkozy-Nachfolger neu wählen

Die Spaltung der französischen Partei UMP ist abgewendet, die Rivalen um die Nachfolge von Nicolas Sarkozy einigten sich auf einen Kompromiss. Bis der neue Chef feststeht, wird es aber noch dauern.

Foto: AFP

Francois Fillon (l) und Jean-Francois Copé streiten um den UMP-Vorsitz
Francois Fillon (l) und Jean-Francois Copé streiten um den UMP-Vorsitz

Der Machtkampf um die politische Nachfolge von Nicolas Sarkozy ist nach Wochen des erbitterten Streits beigelegt. Die beiden Rivalen Jean-François Copé und François Fillon einigten sich am Montagabend auf eine Wiederholung der von Manipulationsvorwürfen überschatteten Urabstimmung über die zukünftige Führung der konservativen UMP-Partei. Die Wahl wird vermutlich im September kommenden Jahres stattfinden.

Der Streit um den Vorsitz der größten französischen Oppositionspartei hatte die UMP rund einen Monat in Atem gehalten und an den Rand der Spaltung gebracht. Nach der Urabstimmung Mitte November wurde der 48 Jahre alte Copé von parteiinternen Gremien zum Sieger erklärt. Der frühere Premierminister Fillon weigerte sich allerdings, das äußerst knappe Ergebnis zu akzeptieren, und warf den von Copé-Anhängern dominierten Parteiinstanzen Wahlmanipulationen vor.

Vorentscheid für nächste Präsidenten-Wahl

Um Druck auf das Copé-Lager auszuüben, gründete der 58-Jährige eine Dissidentenfraktion in der Nationalversammlung. Sie soll nun wieder aufgelöst werden. Der Abstimmungstermin im Spätsommer 2013 ist ein Kompromiss. Fillon forderte zunächst Neuwahlen zu Jahresbeginn. Copé wollte hingegen bis mindestens Frühjahr 2014 im Amt bleiben. Beide hätten jedoch die Krise beenden wollen, teilte die UMP mit. Die Partei zählt rund 300 000 Mitglieder.

Die Einigung der Rivalen sieht neben den Neuwahlen auch tiefgreifende Reformen der Parteistatuten vor. Zudem soll sie die Basis für die Suche nach dem nächsten Präsidentschaftskandidaten sein. Dafür sollen erstmals Vorwahlen nach US-amerikanischem Vorbild abgehalten werden.

Die Wahl des Parteivorsitzenden war auch deswegen so umstritten, weil sie als mögliche Vorentscheidung über die UMP-Kandidatur im Jahr 2017 galt. Dann endet die Amtszeit des sozialistischen Präsidenten François Hollande. Er hatte sich in diesem Mai gegen Sarkozy durchgesetzt.

Quelle: dpa/mkl
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