16.12.12

Misshandlungen

Ex-Armee-Arzt wegen Vertuschung im Irak verurteilt

Ein Kriegsgericht hatte ihn freigesprochen. Aber das Berufsgericht stellte fest, dass ein ehemaliger britischer Militärarzt "betrügerisch" Spuren von Misshandlungen an Gefangenen verschwiegen hatte.

Foto: pa/dpa/dpaweb/PA_pool
Britische Soldaten durchsuchen Iraker in Basra
2003, in dem Jahr, in dem der Iraker Baha Mussa von Soldaten derart verprügelt wurde, dass er an seinen Verletzungen starb, kontrollierten britische Einheiten den Großraum von Basra im Süden des Irak

Ein ehemalige Arzt der britischen Armee ist schuldig gesprochen wurden, das Ausmaß der Verletzungen eines im Irak getöteten Gefangenen verharmlost zu haben. Ein auf Medizin spezialisiertes Berufsgericht in Manchester stellte am Sonntag fest, dass Derek Keilloh das wahre Ausmaß der Verletzungen des Irakers Baha Mussa gekannt und "auf unehrenhafte und betrügerische Weise" verschwiegen zu haben.

Vor einem Kriegsgericht und während einer öffentlichen Untersuchung des Falls hatte er demnach unter Eid fälschlicherweise ausgesagt, er habe bei der Untersuchung von Mussas Leichnam nur Blutspuren an der Nase festgestellt.

Das Gericht stellte zudem fest, Keilloh habe es versäumt, andere Gefangene der britischen Armee zu untersuchen, sie vor Misshandlungen zu schützen und seine Vorgesetzten über die Missstände zu informieren. Der 26-jährige Hotelrezeptionist Mussa war am 15. Dezember 2003 gestorben, nachdem britische Soldaten im südirakischen Basra ihn verprügelt hatten. Seine Leiche wies 93 Verletzungen auf, darunter Rippenbrüche und eine gebrochene Nase.

Es droht ein lebenslanges Berufsverbot

Einer Untersuchung zufolge war Mussa mit neun anderen Irakern nach ihrer Festnahme durch die britische Armee im September 2003 geschlagen und zu schmerzhaften Positionen gezwungen worden. Der Vater von zwei Kindern starb 36 Stunden nach seiner Festnahme. Zum Tod führten neben den Misshandlungen und Verletzungen laut der Untersuchung auch extreme Hitze sowie ein Mangel an Wasser.

Über die Strafe für Keilloh berät das Berufsgericht ab Montag, eine Entscheidung soll in der selben Woche fallen. Es könnte ein lebenslanges Berufsverbot gegen den Arzt verhängen, der mittlerweile als Allgemeinmediziner im Nordosten Englands tätig ist. Im Zusammenhang mit Mussas Tod wurde bislang erst ein Soldat verurteilt: Donald Payne wurde 2007 wegen Kriegsverbrechen aus der Armee entlassen und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

Quelle: AFP/bas
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Der Karneval der Kulturen 2013 tanzt durch Kreuzberg.
14:04Stadtfest
Karneval der Kulturen – Kreuzberg feiert, tanzt und lacht

In Berlin-Kreuzberg ist es heute wieder bunt und voll: 4400 Tänzer, Musiker und andere Akteure inszenieren den Karneval der Kulturen. 75 Gruppen sind laut Veranstalter bei dem Multikulti-Umzug dabei. mehr...

Die dänische Sängerin Emmelie de Forest hat den ESC gewonnen
08:29Malmö 2013
Eurovision Song Contest - Dänin vorn, Deutschland enttäuscht

Emmelie de Forest war die Favoritin der Buchmacher, und gewann mit ihrem Hippie-Chic tatsächlich den Eurovision Song Contest. Deutschland stürzt mit Euro-Trash-Klängen von Cascada auf Platz 21 von 26. mehr...


Flughafenchef Hartmut Mehdorn will den Airport Tegel bis 2018 offen halten und den BER etappenweise ans Netz gehen lassen. Mit seinen Plänen sind nicht alle Gesellschaftler zufrieden
07:22Hauptstadtflughafen
Was die Aufsichtsratsmitglieder von Hartmut Mehdorn halten

BER-Chef Mehdorn hat sich mit seinen neuen Hauptstadtflughafen-Plänen wenig Freunde gemacht. Besonders die Tatsache, dass er Tegel bis 2018 offen halten will, stößt vielen Politikern sauer auf. mehr...


In der U2 haben am Sonnabend mehrere Männer auf einen schlafenden Jugendlichen eingeschlagen
09:39Kriminalität
Schlägertruppe prügelt in U2 auf schlafenden 17-Jährigen ein

In einer Berliner U-Bahn kam es wieder zu roher Gewalt: Eine Gruppe von mehreren Männern wählte sich willkürlich einen schlafenden Jugendlichen als Opfer, und prügelte wild auf ihn ein. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Der Futiklub Absolutely Ferguson
Zeit für Neues Beckham beendet seine aktive Fußballkarriere
Parlament Bundestag debattiert über Atommüllendlager
Cannes Emma Watson spielt Kriminelle in Coppolas Film
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Großeinsatz

Feuer in Berliner Autowaschanlage

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote