11.12.12

Ägypten

Schüsse und Brandsätze auf Oppositionelle in Kairo

Die Opposition hat zu einem Marsch auf den ägyptischen Präsidentenpalast aufgerufen - aus Protest gegen Mursis Verfassung.

Foto: REUTERS

Vor dem Präsidentenpalast stehen seit Tagen Panzer
Vor dem Präsidentenpalast stehen seit Tagen Panzer

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo wachsen vor den für Dienstag angekündigten Massenprotesten von Regierungsanhängern und Opposition die Spannungen. Unbekannte feuerten am Dienstag auf oppositionelle Demonstranten, neun Menschen wurden verletzt. Augenzeugen berichteten weiter, auf dem Tahrir-Platz hätten die Angreifer auch Brandsätze geworfen. Viele Menschen campierten auf dem symbolträchtigen Platz.

Größere Auseinandersetzungen sind am Dienstag zu befürchten, wenn es der Armee nicht gelingt, die beiden Seiten auseinanderzuhalten. Linke, liberale und andere Oppositionsgruppen haben für Dienstag zu einem Marsch zum Präsidentenpalast aufgerufen, um gegen die von Präsident Mohammed Mursi eilends für Samstag angesetzte Volksabstimmung über die islamistisch geprägte Verfassung zu protestieren. Aber auch Anhänger des islamistischen Präsidenten haben für Dienstag zu Kundgebungen aufgerufen, um Mursi ihrer Unterstützung zu versichern.

Mursi gibt Militär mehr Befugnisse

Auf dem Tahrir-Platz wurden viele oppositionelle Demonstranten durch den Angriff aus dem Schlaf gerissen. Sie riefen: "Das Volk will den Sturz des Regimes." Auf dem zentralen Platz hatten sich vor fast zwei Jahren über Wochen Gegner des dann gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak versammelt.

Vor dem Verfassungsreferendum hat Mursi den Streitkräften Polizeiaufgaben übertragen. So sei es Offizieren jetzt erlaubt, Zivilisten festzunehmen, hieß es in einem Dekret des Präsidenten. Darüber hinaus soll die Armee auch zum Schutz wichtiger Einrichtungen eingesetzt werden.

Die Opposition lehnt den Entwurf für die neue Verfassung zwar ab, hat aber bisher nicht zu einem Boykott des Referendums oder einer Ablehnung des Entwurfs an den Wahlurnen aufgerufen. Darüber werde aber noch diskutiert, sagte ein Sprecher der Nationalen Heilsfront, der oppositionellen Dachorganisation von Friedensnobelpreisträger Mohammed El Baradei.

Vergangene Woche war es bei Protesten gegen mittlerweile aufgehobene Machtdekrete Mursis zu Straßenschlachten gekommen. Sieben Menschen wurden getötet, Hunderte verletzt.

Quelle: Reuters/dapd/ap
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